Afghanistan

Opfer in einer Reihe aufgestellt und erschossen

| Lesedauer: 3 Minuten

Eine Deutsche bei Überfall getötet

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Bei einem Überfall auf ein ausländisches Ärzteteam im Nordosten Afghanistans sind nach offiziellen Angaben zehn Menschen getötet worden, darunter auch eine Deutsche. Zu der Tat bekannten sich radikal-islamische Taliban, die den Getöteten Missionstätigkeit.

Video: Reuters
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Ein überlebender Afghane hat den Taliban-Mord an den acht ausländischen Ärzten geschildert. Die Opfer wurden regelrecht hingerichtet.

Ein überlebender Afghane des Taliban-Mords an ausländischen Ärzten hat der örtlichen Polizei Details des Massakers mitgeteilt. Demnach handelte es sich um eine regelrechte Hinrichtung. Die Opfer seien in einer Reihe aufgestellt und erschossen worden, sagte der Polizeichef der Provinz, Aka Noor Kintos, unter Berufung auf den afghanischen Überlebenden. Geld und anderes Hab und Gut seien den Opfern abgenommen worden.

Bei dem Überfall im Nordosten Afghanistans sind acht ausländische Ärzte, darunter eine Deutsche, sowie zwei Afghanen getötet worden. Die Bundesregierung in Berlin bestätigte, dass es sich bei einem der Opfer um eine deutsche Ärztin handele. Die radikalislamischen Taliban sagten, sie hätten die Ausländer getötet, weil sie christliche Missionare gewesen seien.

Bei den Toten soll es sich um fünf Männer, alle aus den USA, und drei Frauen, eine Deutsche, eine Britin und eine US-Bürgerin handeln. Die von Kugeln durchsiebten Leichname der Opfer seien in einer entlegenen Waldgegend der nordöstlichen Provinz Badachschan gefunden worden, sagte Dirk Frans, Chef der christlichen Organisation International Assistance Mission (IAM), für die die Ärzte tätig waren.

Die Gruppe sei auf dem Rückweg von einem medizinischen Einsatz in der benachbarten Provinz Nuristan gewesen. Sie habe den Weg durch Badachschan gewählt, um eine als gefährlich geltende Straße in Nuristan zu meiden. Aus Badachschan waren bis dato nur wenige Überfälle Aufständischer gemeldet worden. „Wir sind nie bedroht worden“, sagte Frans. Das Team „hatte keine Waffen und keinen Begleitschutz, wir kommen auf Einladung der Gemeinden, sie kümmern sich dann um uns“. IAM sei seit fast 40 Jahren in Afghanistan tätig, fügte Frans hinzu. „Wir haben unter dem König, den Kommunisten und den Taliban gearbeitet, sie wissen genau, was wir tun.“

Die Taliban bekannten sich zu dem Überfall. „Gestern morgen um 8.00 Uhr traf eine unserer Streifen auf eine Gruppe Ausländer. Es waren christliche Missionare und wir haben sie alle getötet“, sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid. IAM-Chef Frans bestritt Mudschahids Angaben, die Gruppe habe Bibeln in der Sprache Dari, einer in Afghanistan gesprochen Version des Persischen, bei sich gehabt. Er äußerte den Verdacht, dass es sich um einen Raubüberfall handelte.

Die Bundesregierung reagierte empört auf den Anschlag. Berlin dringe auf „gründliche Aufklärung der Umstände dieses feigen Mordes“ und eine Bestrafung der Urheber des Verbrechens, erklärte eine Sprecherin der Bundesregierung.

Eine Sprecherin der US-Botschaft in Kabul konnte die Zahl der US-Opfer zunächst nicht bestätigen. Die Botschaft stehe in engem Kontakt mit den örtlichen Behörden, um die Identität der Opfer zu ermitteln. Ein westlicher Vertreter in der afghanischen Hauptstadt sagte, die US-Botschaft werde sich voraussichtlich um die Überführung der Leichname aus der entlegenen Provinz kümmern.

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