Starke Umfragewerte

Sigmar Gabriel warnt seine Partei vor Übermut

Die Umfrage-Ergebnisse seien Resultat "katastrophaler Politik" von Schwarz-Gelb, so Gabriel. Dennoch sei die SPD auf einem guten Weg.

Foto: dpa

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat seine Partei davor gewarnt, aufgrund der aktuell guten Umfragewerte in Übermut zu verfallen. Die Ergebnisse seien „zuallererst die Quittung für die katastrophale Politik von Merkel und Westerwelle“, sagte Gabriel der „Berliner Zeitung“. Die Werte zeigten aber auch, dass die SPD „auf einem guten Weg“ sei.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier führte das aktuelle Umfragehoch der Sozialdemokraten ebenfalls vor allem auf die Zerstrittenheit der schwarz-gelben Koalition zurück. Zugleich zeigte auch er sich in der „Berliner Zeitung“ erfreut, „dass sich eine Mehrheit die SPD wieder in einer gestaltenden Rolle wünscht“.

Im jüngsten ARD-Deutschlandtrend lagen SPD und CDU/CSU bei der Sonntagsfrage erstmals seit dem November 2006 bei 31 Prozent gleichauf. Während die Union zwei Punkte abgab, konnte die SPD einen Punkt zulegen. 42 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Bundesregierung unter Führung der SPD aus. Nur 32 Prozent plädierten für eine unionsgeführte Bundesregierung. Auch würden der Umfrage zufolge SPD und Grüne mit zusammen 48 Prozent erstmals seit Ende 2002 wieder über eine Mehrheit im Bundestag verfügen.

„Es besteht aller Anlass zur Sorge“, sagte der frühere CSU-Generalsekretär Thomas Goppel dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er forderte eine Rückbesinnung der Unionsparteien auf konservative Werte. Derzeit sei die Union „genauso diffus in ihrem Erscheinungsbild wie die anderen politischen Kräfte“. Goppel kritisierte besonders, dass die Union in der Familienpolitik „seit Jahren“ nur noch die Interessen spezieller Gruppen wie Alleinerziehenden oder Patchwork-Familien im Auge habe“.

Teile des bürgerlichen Wählerlagers seien „maßlos enttäuscht“ vom ersten Jahr der schwarz-gelben Bundesregierung. Daher sei das schlechte Abschneiden von Union und FDP im Deutschlandtrend „nicht ein kurzfristiger Stimmungsumschwung, sondern das ist ein Trend“.

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