Vergeltungsaktion

Israelische Luftwaffe bombardiert Gazastreifen

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Israels Armee reagiert mit Luftangriffen im Gazastreifen auf den Einschlag einer Rakete in der südisraelischen Stadt Aschkelon.

Nach dem Abschuss einer Rakete aus dem Gazastreifen hat die israelische Armee mindestens einen Menschen bei einem Luftangriff auf das Palästinensergebiet getötet. Acht weitere Menschen wurden nach Angaben von Rettungskräften am Freitagabend bei einem Raketenangriff auf Gebäude der radikalislamischen Hamas in Gazastadt verletzt. Zuvor war ein aus dem Gazastreifen abgefeuertes Geschoss in der Stadt Aschkelon eingeschlagen.

Ein 22-jähriges Mitglied der Hamas wurde nach Angaben der den Gazastreifen beherrschenden Organisation durch einen Luftangriff nahe des Flüchtlingslagers Magashi in Zentralgaza getötet. Acht weitere Menschen wurden nach Angaben von Augenzeugen und Rettungskräften zum Teil schwer verletzt, als mindestens vier Raketen der israelischen Luftwaffe in einen Gebäudekomplex in Gazastadt einschlugen, der von den Sicherheitskräften der Hamas genutzt wurde.

Aus Kreisen der Hamas hieß es, aus Angst vor weiteren Angriffen seien die Büros aller Sicherheitskräfte geräumt worden. Augenzeugen zufolge feuerte die israelische Armee zudem Raketen auf Tunnel in der Grenzregion zwischen dem Gazastreifen und Ägypten ab. Dadurch sei niemand verletzt worden.

Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu den Angriffen. Normalerweise reagiert Israel jedoch mit Vergeltungsangriffen auf den Abschuss von Raketen auf israelisches Gebiet. Den Luftangriffen der israelischen Armee vom Freitagabend war der Abschuss einer Rakete aus dem Palästinensergebiet auf die südisraelische Stadt Aschkelon vorausgegangen.

Eine Rakete war nach Angaben aus israelischen Militärkreisen in der rund zehn Kilometer vom Gazastreifen entfernten Küstenstadt eingeschlagen und hatte Fensterscheiben und parkende Autos beschädigt. Menschen wurden demnach nicht verletzt, die Bewohner der Stadt waren kurz vor dem Einschlag des Geschosses mit Sirenen gewarnt worden. Die Vereinten Nationen verurteilten den Abschuss der Rakete als „nicht hinnehmbaren terroristischen Angriff“ auf Zivilisten. Das Büro von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu teilte mit, die israelische Regierung nehme den Beschuss Aschkelons „sehr ernst“.

Andauernder Raketen- und Mörserbeschuss aus dem Gazastreifen hatte Ende 2008 zu einer 22-tägigen Militäroffensive Israels in dem Küstengebiet geführt. Seit Jahresbeginn wurden rund hundert Geschosse aus dem Gazastreifen auf den Süden Israels abgefeuert. Viele der selbstgebauten Raketen verfügten jedoch nicht über genug Reichweite, um in Aschkelon einzuschlagen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief Israel auf, die seit 2006 bestehende Blockade des Gazastreifens zu lockern. Zudem müsse Israel den Ausbau von Siedlungen im Westjordanland stoppen, erklärte die UNO nach einem Treffen Bans mit Israels Verteidigungsminister Ehud Barack.

( AFP/tma )