Explosion in Polizeiwache

Selbstmordanschlag in Inguschetien – 19 Tote

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Beim blutigsten Selbstmordanschlag seit Jahren im russischen Konfliktgebiet Nordkaukasus sind mindestens 19 Menschen getötet und mehr als 69 verletzt worden. Verantwortlich für das Bombenattentat in der russischen Teilrepublik Inguschetien sollen aufständische Rebellen sein.

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeiwache in der russischen Provinz Inguschetien sind mindestens 19 Menschen getötet worden.

Der Täter raste mit einem mit Sprengstoff beladenen Kleinlaster in das Polizeihauptquartier in der Stadt Nasran, wo sich die Beamten gerade zum Morgenappell versammelt hatten. Fast 60 weitere Personen wurden bei dem Anschlag im Nordkaukasus teils schwer verletzt, wie Behördenvertreter mitteilten.

Es war der schwerste Anschlag seit Monaten im Süden Russlands. Inguschetien grenzt an Tschetschenien, wo Separatisten seit 15 Jahren für die Unabhängigkeit des Gebiets von Russland kämpfen. Nach zwei Kriegen gibt es dort zwar keinen größeren Kampfhandlungen mehr, die anhaltenden Spannungen haben aber auf die angrenzenden Regionen übergegriffen.

Die Polizeiwache stand nach der Explosion in Flammen, auch ein angrenzendes Wohnhaus und mehrere Bürogebäude wurden teils schwer beschädigt. Polizisten hatten noch versucht, das heran rasende Fahrzeug mit Schüssen zu stoppen, was aber nicht gelang, wie der stellvertretende inguschische Innenminister Dsyaudin Dsortow sagte.

Die Explosion löste einen Brand aus, der Stunden wütete und auch ein Waffenlager zerstörte, in dem Munition explodierte.

Inguschetien war in jüngster Zeit wiederholt Schauplatz von Schießereien, Anschlägen und Angriffen auf die Sicherheitskräfte. Der vom Kreml ernannte Präsident Junus-Bek Jewkurow wurde im Juni bei einem Anschlag schwer verletzt. In einer Erklärung teilte Jewkurow mit, der Selbstmordanschlag sei von Aufständischen organisiert worden, die sich für jüngste Razzien der Sicherheitskräfte im Grenzgebiet rächen wollten.

In einem Interview mit dem russischen Rundfunk machte Jewkurow den tschetschenischen Rebellenführer Doku Umarow für das Attentat vom Juni verantwortlich.

Auch in den Teilrepubliken Tschetschenien und Dagestan sterben fast täglich Menschen bei Kämpfen. Zuletzt wurden auch immer wieder ranghohe Regierungsbeamte und Menschenrechtler Opfer der Gewalt in der Vielvölkerregion, in der islamistische Extremisten eine Loslösung von Moskau anstreben.

( AP/dpa/dcs )