Neues Gesetz

Erste Homo-Ehe in Portugal geschlossen

Seit kurzem ist die gleichgeschlechtliche Eheschließung im streng katholischen Portugal erlaubt. Zwei Frauen haben sich ihren Traum erfüllt.

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Knapp drei Wochen nach der Einführung der Homosexuellen-Ehe in Portugal hat in dem streng katholischen Land erstmals ein gleichgeschlechtliches Paar geheiratet. Teresa Pires (33) und Helena Paixão (40) gaben sich am Montag in einem Standesamt in Lissabon das Jawort. „Gott sei Dank haben wir es endlich geschafft. Wir sind sehr glücklich“, sagten die beiden Frauen, die seit acht Jahren ein Paar sind. Pires und Paixão haben je eine Tochter (zehn und 16 Jahre alt), die aus ihren vorigen heterosexuellen Ehen stammen und mit ihnen leben. Die zwei Frauen hatten bereits 2006 versucht, zu heiraten. Damals lehnten die Gerichte ihren Antrag jedoch ab.

Gleichgeschlechtliche Ehen sind in Portugal erst seit dem 18. Mai möglich. Damals erließ Präsident Aníbal Cavaco Silva das im Februar vom Parlament verabschiedete Gesetz. Medien hatten spekuliert, dass der konservative Cavaco Silva wegen der Proteste der Kirche und der konservativen Parteien sein Veto einlegen würde. Der Staatschef unterschrieb das Gesetz zwar, machte jedoch auch keinen Hehl daraus, dass er der zivilen Trauung von Schwulen und Lesben nur halbherzig zugestimmt habe.

Bis 1992 war Homosexualität in Portugal strafbar. Gegner der Homo-Ehe hatten eine Volksabstimmung über das neue Gesetz gefordert und dafür rund 90.000 Unterschriften gesammelt. Papst Benedikt XVI. prangerte erst kürzlich bei seinem Besuch in Portugal die Homo-Ehe an. Homosexuellen-Verbände wollen nun erreichen, dass gleichgeschlechtliche Paare künftig auch Kinder adoptieren können, wie das seit 2005 im Nachbarland Spanien der Fall ist.