Russland

Putin entlässt Leoparden in die Freiheit der Berge

Foto: REUTERS

Sotschi – Die olympischen Winterspiele 2014 stehen umweltpolitisch unter keinem guten Stern. Die UN-Umweltagentur hat die Bauarbeiten kritisiert, die ohne Rücksicht auf ökologische Folgen vorangetrieben werden. Die russische Abteilung des WWF hat die Kooperation mit dem für die Bauarbeiten zuständigen Staatskonzern Olympstroi aufgekündigt.

Doch Premier Wladimir Putin, dessen Lieblingsidee in Sotschi Gestalt annimmt, hat durchaus ein Herz für grüne Projekte. Unter seiner Schirmherrschaft soll zu den Olympischen Spielen die einst ausgerottete Population von vorderasiatischen Leoparden in den kaukasischen Bergen wieder heimisch gemacht werden.

Kürzlich entließ der russische Regierungschef höchstpersönlich vier dieser Leoparden aus ihren Käfigen in die Freiheit der Berge. Sie waren Geschenke aus Turkmenistan und Iran. Doch nicht jeder darf so einfach mitspielen. Gamlet Kassjan, Besitzer eines Wanderzoos, will Sotschi eine trächtige Leopardin schenken, die dann ebenfalls freigelassen werden soll.

Der Nationalpark an der Schwarzmeerküste, der das Leoparden-Projekt betreut, besteht indes auf genetischer Reinheit der teilnehmenden Exemplare. Kassjan schwört, dass die trächtige Leopardin reinrassig vorderasiatisch sei. Nur der Vater des Ungeborenen, räumt er ein, habe einen etwas buschigen Schwanz. Vielleicht sei da ein Schneeleopard dabei gewesen. Aber was soll’s, meint der willige Spender, „Leopard ist schließlich Leopard“.

Manfred Quiring

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