Prozess in Moskau

Im Mordfall Politkowskaja wird nicht neu ermittelt

Foto: REUTERS

Der neue Prozess um den Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja startet wie geplant. Der Vorsitzende Richter lehnte einen Antrag ab, das Verfahren für neue Ermittlungen auszusetzen. Auf der Anklagebank sitzen nun weder die mutmaßlichen Auftraggeber noch der mutmaßliche Mörder der Kreml-Kritikerin.

Das neue Verfahren zum Mord an der russischen Journalistin Anna Politkowskaja wird fortgesetzt. Dies teilte der Vorsitzende Richter Nikolai Tkatschuk in Moskau mit.

Damit verwarf er einen Antrag aller Prozessbeteiligten zur Aufnahme neuer Ermittlungen. Er ordnete an, mit der Auswahl der Geschworenen am 7. September zu beginnen.

Der neue Prozess hatte am Mittwoch vor dem Moskauer Militärgericht begonnen. Dabei hatten sich alle Prozessbeteiligten einem Antrag der Familie an das Gericht angeschlossen, die Staatsanwaltschaft mit neuen Ermittlungen im Fall der vor drei Jahren ermordeten Journalistin zu beauftragen. Die Angehörigen Politkowskajas fordern dies seit langem.

Insbesondere geht es um eine Zusammenlegung des Falls mit den Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Täter Rustam Machmudow, der noch flüchtig ist, und gegen die mutmaßlichen Hintermänner des Anschlags.

Angeklagt sind bislang nur vier mutmaßliche Helfer: die zwei Tschetschen Ibrahim und Dschabrail Machmudow, der Ex-Polizist Sergej Chadschikurbanow und der Geheimdienstoberst Pawel Rjagusow. Sie sollen den Mord an der Regierungskritikerin vorbereitet und organisiert haben sollen.

In einem ersten Prozess waren alle vier Angeklagten freigesprochen worden. Das Oberste Gericht Russlands hatte diese Entscheidung im Juni aufgehoben

Die kremlkritische Journalistin Politkowskaja war am 7. Oktober 2006 im Treppenhaus ihres Moskauer Wohnhauses erschossen worden. Sie hatte die Tschetschenien-Politik des damaligen Präsidenten Wladimir Putin kritisiert.

Unter anderem hatte sie kritisch über den Feldzug russischer Truppen in Tschetschenien berichtet und schwere Menschenrechtsverletzungen angeprangert.

( AFP/EPD/cn )

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