Gipfeltreffen

G 8 versprechen Milliarden für Kinder und Mütter

Im Kampf gegen Mütter- und Kindersterblichkeit in armen Ländern werden von den G-8-Staaten etwa fünf Milliarden US-Dollar mobilisiert.

Foto: dpa

Die G-8-Staaten wollen die Kinder- und Müttersterblichkeit in Entwicklungsländern bekämpfen. Die acht führenden Industrienationen stellten dafür bei ihrem Gipfeltreffen in Kanada fünf Milliarden US-Dollar (4 Milliarden Euro) zur Verfügung; andere Länder und Stiftungen sagten weitere 2,3 Milliarden Dollar zu, wie Kanadas Premier Stephen Harper am Freitag mitteilte. Die Initiative stieß allerdings auch auf Kritik.

Gipfelgastgeber Harper zufolge beteiligten sich alle G-8-Staaten an der von Kanada initiierten Muskoka-Initiative für mehr Entwicklungshilfe im Kampf gegen Kinder- und Müttersterblichkeit. Benannt ist die Initiative nach der kanadischen Gemeinde Muskoka, in der das Tagungshotel des G-8-Gipfels liegt. „Wenn nicht die Länder mit den meisten Mitteln sich den dringendsten Fragen des Globus zuwenden, wer soll es sonst tun“, erklärte der kanadische Premier.

Harper teilte mit, sein Land werde in den nächsten fünf Jahren rund 2,75 Milliarden US-Dollar für den Kampf gegen Kinder- und Müttersterblichkeit zur Verfügung stellen. Eine Milliarde Dollar davon sind den Angaben zufolge frisches Geld, der Rest wurde bereits früher schon zugesagt. US-Präsident Barack Obama sicherte nach Angaben des Weißen Hauses auf dem Gipfel zu, den Kongress für 2010 und 2011 um die Freigabe von 1,35 Milliarden Dollar zu bitten.

Russland will laut Delegation in den nächsten drei Jahren 75 Millionen Dollar beisteuern. Auch Deutschland wollte nach Angaben aus Regierungskreisen bei dem Treffen eine „weitere Steigerung unserer Leistungen“ zusagen. Eine Summe wurde zunächst aber nicht genannt. Frankreich kündigte an, die Höhe seiner Zahlungen am Samstag bekanntzugeben.

Dem Beispiel der G-8-Staaten folgten laut Harper die Niederlande, Neuseeland, Südkorea, Spanien und die Schweiz und stockten die Unterstützungsleistungen weiter auf. Zudem sicherte die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Frau Melinda zusätzliche 1,5 Milliarden Dollar zu. Auch die Stiftung der Vereinten Nationen beteiligte sich an der Initiative.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte die Hilfszusagen, forderte zugleich aber noch mehr Einsatz für die Entwicklungsländer. „Wir brauchen in dieser Zeit viel, viel mehr“, sagte er dem kanadischen Sender CBC. Ban mahnte zudem die Industrienationen, ihre bisherigen Zusagen einzuhalten. Die G-8-Staaten hatten auf ihrem Treffen in Schottland vor fünf Jahren ihre Entwicklungshilfe bis 2010 um 50 Milliarden Dollar aufzustocken. Diese Vorgabe wurde laut Oxfam bisher um 20 Milliarden Dollar verfehlt.

Oxfam-Vertreter Mark Fried warf den führenden Industrienationen vor, mit der Muskoka-Initiative dieses Versprechen „auf die lange Bank zu schieben“. Die Entwicklungshilfeorganisation One bemängelte die kanadischen Zusagen als zu gering. Der Gipfelgastgeber wolle in den nächsten fünf Jahren genauso viel Geld für den Kampf gegen Kinder- und Müttersterblichkeit ausgeben wie für die Sicherheitsvorkehrungen während der Gipfeltreffen der G 8 und der G 20, kritisierte One-Mitarbeiter Guillaume Grosso.

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