Russland

Großherzige Zensur für Fotografin Umida Achmedowa

Foto: picture-alliance / dpa / picture-alliance / dpa/Pressensbild

Taschkent – Sie ist noch einmal davongekommen, die bekannte usbekische Fotografin Umida Achmedowa.

Ein Gericht in der usbekischen Hauptstadt hatte sie zwar für schuldig befunden, das usbekische Volk „aus niedrigen Beweggründen“ beleidigt und verleumdet zu haben.

Ein halbes Jahr Arbeitslager drohten.

Aber unmittelbar nach dem Urteilsspruch, noch im Gerichtssaal, wurde die Künstlerin amnestiert.

Zu Ehren des 18. Jahrestages der Unabhängigkeit der einstigen Sowjetrepublik, die es – siehe Achmedowa – so herrlich weit gebracht hat.

Grund für die Strafverfolgung waren 111 Fotos, die die Fotografin, finanziert von einem von der Schweizer Botschaft in Taschkent aufgelegten Programm, in ländlichen Gegenden Usbekistan gemacht hat (Siehe http://albatrossdoc.livejournal.com/32789.html).

Sie zeigen das schwere Leben sympathischer Menschen, vor allem der Frauen, ihre Traditionen und das Alltagsleben, gefühlvoll und manchmal nicht ohne Ironie aufgenommen.

Den Machthabern indes fehlte es an Heroischem, Zukunftsweisendem.

Ein Ausländer, der das Land nicht kenne, könnte zu dem Schluss kommen, Usbekistan lebe im Mittelalter, hieß es in der Anklage.

Auch versuche sie, die Frauen als Opfer darzustellen, was sie übrigens meist auch sind.

Und das die ländlichen Gegenden Usbekistans extrem weit hinter der Entwicklung in den großen Städten zurückgeblieben sind, ist ebenso eine Tatsache.

Umida Achmedowa ist auch dank internationaler Proteste frei, aber sie bleibt verurteilt.

Die usbekische Justiz hat einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen, der auch die Fotografin weiterhin bedroht.

Gegen ihren mit ihrem Gatten Oleg Karpow 2008 geschaffenen Dokumentarfilm „Die Last der Jungfernschaft“ wird noch ermittelt.

Manfred Quiring

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