Nobelpreis

World Wide Web nominiert für Friedensnobelpreis

Das Internet wurde für den diesjährigen Friedensnobelpreis vorgeschlagen und gehört damit zu den Nominierten. Die Initiative dazu kam aus Italien und wird von namhaften Persönlichkeiten unterstützt, unter anderen von der Preisträgerin des Jahres 2003. Das Nobelinstitut bestätigte die Kandidatur als regelkonform.

Foto: Morgenpost Online

Das Internet gehört zu den Kandidaten für den diesjährigen Friedensnobelpreis. Wie das Osloer Nobelinstitut bestätigte, ist für das World Wide Web (www) mindestens ein „den Regeln entsprechender und mit Personen verbundener Vorschlag“ bei den norwegischen Juroren eingegangen. Die iranische Friedensnobelträgerin des Jahres 2003, Schirin Ebadi, hat sich unter anderen hinter die Initiative gestellt, die von der Italien-Ausgabe des Internetmagazins „Wired“ ausging.

Nach den Nobelpreis-Regeln können nur Einzelpersonen oder Institutionen mit persönlichen Repräsentanten den vielleicht meist angesehenen Preis der Welt in Empfang nehmen. „Wired“ hat deshalb die beiden Internet-Pioniere Larry Roberts und Vint Cerf aus den USA sowie den Briten Tim Berners-Lee stellvertretend für das Internet benannt.

Über die Bedeutung des Internets für den Frieden heißt es in einem „Manifest“ über den Vorschlag: „Kontakt mit anderen ist immer das wirksamste Gegenmittel gegen Hass und Konflikte gewesen. Deshalb ist das Internet ein Instrument für den Frieden.“

Als Hintergrund für die Unterstützung des Vorschlags durch Ebadi gilt die wichtige Rolle, die das Internet für die Aktivitäten von Oppositionellen im Iran spielt. Sie konnten unzensierte Informationen über Demonstrationen und deren Niederschlagung durch die Behörden mit Hilfe der neuen sozialen Medien im Netz verbreiten.

Mit insgesamt 237 Nominierungen sind in diesem Jahr so viele Vorschläge für den Friedenspreis eingegangen wie nie zuvor seit der ersten Nobelpreisvergabe 1901. Im letzten Jahr entschied sich das Komitee überraschend für US-Präsident Barack Obama. Dieser habe in nur einem Amtsjahr eine völlig neue politische Grundstimmung für Verständigung und Frieden erzeugt. Die Nobelpreise sind mit jeweils zehn Millionen schwedischen Kronen (einer Million Euro) dotiert.

Der Name des diesjährigen Preisträgers wird Anfang Oktober bekannt gegeben. Hinter der Initiative für die Vergabe an das Internet steht auch der italienische Modemacher Giorgio Armani.

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