Bagdad

Anschläge auf Moscheen – viele Tote und Verletzte

Bei einer Serie von Terroranschlägen in Bagdad sind mindestens 50 Menschen getötet worden. Fünf der insgesamt sieben Explosionen richteten sich gegen schiitische Moscheen. Mehr als 100 weitere Menschen wurden verletzt. Die Sicherheitskräfte vermuten einen Racheakt von al-Qaida.

Foto: dpa

.

Blutiger Freitag in Bagdad: Bei einer Serie von Terroranschlägen sind in der irakischen Hauptstadt mindestens 54 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer waren Schiiten, die sich zum Gebet versammelt hatten. Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurden zudem 180 Menschen verletzt. Der Nachrichtensender Al-Arabija sprach von 67 Toten und 112 Verletzten.

Insgesamt sieben Explosionen erschütterten verschiedene Viertel in der irakischen Hauptstadt zur Zeit des Freitagsgebets. Die meisten Attacken ereigneten sich einem Mitarbeiter des Innenministeriums zufolge in der Nähe von Moscheen und einem Marktplatz. Ein Sprecher der Sicherheitskräfte von Bagdad vermutete hinter der Tat einen Racheakt des Extremistennetzwerks al-Qaida, nachdem am Sonntag dessen Irak-Chef getötet worden war. Die Aufständischen hätten Betende der schiitischen Mehrheit im Irak ins Visier genommen. „Wir rechnen damit, dass solche terroristischen Angriffe anhalten werden.“

Mindestens 21 Menschen starben bei der Detonation von drei Sprengsätzen in dem vornehmlich von Schiiten bewohnten Viertel Sadr City. Bei einem weiteren Anschlag nahe einer Moschee im Südosten der Stadt kamen mindestens elf Menschen ums Leben. Zuvor wurden drei Menschen nach Polizeiangaben durch die Explosion einer Autobombe im Nordwesten Bagdads getötet.

Zudem starben acht Menschen bei Bombenanschlägen in der westlichen Unruheprovinz Anbar, die als Rückzugsgebiet der Al-Kaida gilt. In der Stadt Chalidija starben sieben Mitglieder einer Familie, als Aufständische mehrere Bomben gleichzeitig zündeten. Ein Polizist wurde bei dem Versuch getötet, zwei weitere Sprengsätze zu entschärfen. In der Provinz Anbar leben vornehmlich Sunniten.

Von irakischen Sicherheitskräften verlautete bereits vor der Anschlagsserie, dass mit Rache-Aktionen von al-Qaida zu rechnen sei. Abu Ajjub al-Masri, Chef der al-Qaida im Irak, war irakischen Angaben zufolge vom Geheimdienst getötet worden. Auch der mutmaßliche Chef der verbündeten Extremistengruppe Islamischer Staat Irak, Abu Omar al-Baghdadi, sei bei dem Einsatz ums Leben gekommen. US-Soldaten seien an der Aktion beteiligt gewesen. Zudem wurden den Angaben zufolge bei mehreren Einsätzen mehr als 300 mutmaßliche al-Qaida-Angehörige festgenommen und 19 getötet.

Die Gewalt im Irak ist in den vergangenen zwei Jahren zurückgegangen. Die Spannungen im Land hatten aber zugenommen, nachdem aus den Parlamentswahlen Anfang März kein klarer Sieger hervorgegangen war. Der schiitische Ministerpräsident Nuri Al-Maliki führt derzeit Koalitionsgespräche, um sein Amt behalten zu können. Die Gespräche könnten sich über Wochen oder Monate hinziehen.

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos

Beschreibung anzeigen