Nahost

Straßenschlacht nach Parkplatz-Öffnung am Sabbat

Mehrere tausend orthodoxe Juden haben in Jerusalem eine Straßenschlacht mit der Polizei angezettelt: Sie protestierten gegen die Öffnung eines städtischen Parkplatzes am Sabbat. Gegendemonstranten - weltlich orientierte Juden – wollen keinen religiösen Zwang.

Israelische Polizisten und orthodoxe Juden haben sich am Samstag in Jerusalem eine Straßenschlacht geliefert. Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen die mehrere tausend zählenden Demonstranten ein, die gegen die Öffnung eines städtischen Parkplatzes am Sabbat protestierten. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben 24 Personen fest, darunter viele Minderjährige. Vier Beamten wurden leicht verletzt.

Die in ihren traditionellen schwarzen Anzügen gekleideten orthodoxen Juden warfen Steine, Müll und Glasflache auf die Polizei. Ein sechsjähriger Junge wurde von einem Steinwurf leicht verletzt.

Vor dem Rathaus beteiligten sich rund 1.000 weltlich orientierte Juden an einer Gegendemonstration. Einige von ihnen trugen Plakate, auf denen zu lesen stand: „Kein religiöser Zwang“ und „Jerusalem ist für alle“.

Die Orthodoxen sind gegen die Öffnung, weil der Parkplatz weiteren Verkehr anziehe. Die religiösen Vorschriften verbieten Fahrten oder Reisen am Wochenfeiertag. In den orthodoxen Vierteln sind die Straßen daher am Samstag gesperrt. In den säkularen Bezirken herrscht dagegen Hochbetrieb in Bars und Restaurants.

Der Abgeordnete Nizan Horowitz von der liberalen Merez-Partei sagte zu Journalisten: „Der Kampf um den Parkplatz ist nur ein Symbol für den größeren Kampf, ob Jerusalem eine freie Stadt und Israel ein freies Land ist.“

Die Spannungen zwischen religiösen und nicht-religiösen Bewohnern der israelischen Hauptstadt haben zugenommen, seit Nir Barkat im November die Bürgermeisterwahl gewonnen hat. Er versprach im Wahlkampf, die Abwanderung nicht-religiöser Bürger nach Tel Aviv und Haifa zu stoppen.

( AP/cl )