Iran

Ahmadinedschad verurteilt Israel, lobt sich selbst

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Foto: dpa

Mit seiner umstrittenen Wiederwahl im Jahr 2009 "haben wir eigentlich den Weltrekord in Demokratie gebrochen", findet der iranische Präsident.

Harsche Kritik und drohende Worte: Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat den Angriff Israels auf den Gaza- Hilfskonvoi als „wahnsinnig“ verurteilt. In einer Rede zum 21. Todestag des Revolutionsführers Ajatollah Khomeini nahm Ahmadinedschad gleichzeitig die Opposition im eigenen Land ins Visier, die er vor geplanten Protestaktionen zum Jahrestag der umstrittenen Präsidentenwahl warnte. „Wer sich gegen das islamische System stellt, wird nicht überleben“, sagte er am Freitag vor dem Khomeini-Mausoleum in Teheran.

Ahmadinedschad bezeichnete seine im In- und Ausland umstrittene Wiederwahl im Vorjahr als „die demokratischste Wahl der Welt“. „Mit dieser Wahl haben wir eigentlich den Weltrekord in Demokratie gebrochen“, sagte er. Bei den wochenlangen Protesten der Opposition gegen die dem Regime angelastete Wahlfälschung waren mehrere Dutzend Menschen ums Leben gekommen.

Den Angriff der israelischen Streitkräfte auf die Gaza- Solidaritätsflotille, bei dem zu Wochenbeginn neun Aktivisten ums Leben gekommen waren, bezeichnete der iranische Staatschef als Folge von „Schwäche und Wahnsinn“. Israel habe mit diesem Angriff „auch die letzte Spur von Vernunft verloren“, sagte Ahmadinedschad.

Ahmadinedschad bekräftigte, er rechne mit einem baldigen Zusammenbruch Israels. Dieses Land habe in den vergangenen 60 Jahren „unmenschliche Verbrechen“ begangen und werde daher nach seinem Zusammenbruch von seinen Nachbarn „ausradiert“, sagte Ahmadinedschad.

Er warnte zugleich den Westen vor weiterer Unterstützung Israels. „All diese Länder, die dieses kriminelle Regime noch unterstützen, sollten damit aufhören, ansonsten müssen sie sich vor Gericht als Kriegsverbrecher verantworten.“ Zu der Gedenkfeier für den Revolutionsführer hatten sich im Süden Teherans mehrere zehntausend Menschen vor dem Khomeini-Mausoleum versammelt.

Nach den Feierlichkeiten war eine Großdemonstration gegen Israel geplant, berichtete das Staatsfernsehen. Ahmadinedschad hob die Rolle Khomeinis in der Revolution hervor. Khomeini habe nie dem politischen Druck imperialistischer Kräfte nachgegeben. „Der Imam (Khomeini) hat eine neue Bewegung gestartet, die weitergehen wird, bis sie globalisiert ist“, sagte Ahmadinedschad.

Unruhe kam beim Auftritt des Khomeini-Enkels Hassan auf, der den oppositionellen Reformkräften nahesteht und als Kritiker Ahmadinedschads gilt. Die geplante Rede von Hassan Khomeini wurde zu Beginn mehrfach unterbrochen und schließlich von Anhängern des Regimes vollständig verhindert. Ajatollah Khomeini war die treibende Kraft hinter der Islamischen Revolution 1979 im Iran, durch die der Schah gestürzt wurde.

( dpa/ks )

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