Diözese Augsburg

Mixas Nachfolger ist für "ehrliche Selbstkritik"

Der zuletzt umstrittene Bischof Walter Mixa ist weg – jetzt gilt es für das Augsburger Bistum, das Vertrauen der Gläubigen zurückzugewinnen. Der neu gewählte Administrator der Diözese, Weihbischof Josef Grünwald, setzt dafür auf mehr Transparenz und will auch dem Umgang der Kirche mit dem Fall Mixa kritisch betrachten.

Nach dem Rücktritt von Bischof Walter Mixa gilt es jetzt im Augsburger Bistum, „verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen“. Das stellte der neu gewählte Administrator der Diözese, Weihbischof Josef Grünwald, vor der Presse fest: „Die Menschen sind aufgewühlt und enttäuscht, aber es muss weitergehen.“

Der 73-Jährige forderte von seiner Kirche „ehrliche Selbstkritik und Selbsterkenntnis“. Man werde „offen und transparent Entscheidungen treffen“ und „offen auf die Leute zugehen“. Wichtig sei es, nun auch die Priesterschaft wieder zu einen, sagte der Administrator weiter.

Das Bistum Augsburg hat den zurückgetretenen Bischof Mixa nach Angaben von Weihbischof Grünwald nicht bei der Staatsanwalt wegen eines Verdachtsfalls des sexuellen Missbrauchs angezeigt. Man habe die Behörde aber über die vorliegenden Vorwürfe informiert.

Medienberichte, das Augsburger Domkapitel habe einen aufwendigen Lebensstil des ehemaligen Bischofs Mixa toleriert, widersprachen Grünwald und sein Stellvertreter, Prälat Karlheinz Knebel. Umbauten im bischöflichen Palais in Augsburg zu Mixas Amtsantritt seien „notwendige Sicherheitsvorkehrungen gewesen, die jede Menge Geld verschlungen haben“, erläuterte Knebel. Zeitungen hatten von mehreren Hunderttausend Euro berichtet, die der Umbau eines Konferenzsaales gekostet haben soll.

Über die zuletzt ebenfalls heftig kritisierte Öffentlichkeitsarbeit des Bistums werde man nachdenken, so Grünwald auf Nachfrage. „Wir nehmen diese Kritik sehr ernst“, sagte er zu den Vorwürfen, die vor allem die Rolle des ehemaligen Medienkoordinators Dirk Hermann Voß betreffen. Ihn hatte Mixa noch nach seinem Rücktrittsgesuch von seinem Amt als Sprecher des Bistums, nicht aber als Direktor des Ulrichsverlages entbunden. „Da sind Verträge einzuhalten“, erklärte Grünwald.

Der Weihbischof wies daraufhin, dass er als Administrator keine großen Umwälzungen und Umstrukturierungen vornehmen dürfe. Als Nachfolger von Bischof Walter Mixa wünsche er sich einen „Bischof, der eint, volksnah ist und eine Persönlichkeit darstellt.“

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