Stasi-Unterlagen

Bundesanwaltschaft sperrt Teil der Kurras-Akte

Foto: AP

Jetzt ist die Akte zum Teil gesperrt: Die Bundesanwaltschaft will prüfen, ob es sich bei dem Todesschuss auf Benno Ohnesorg nicht doch um einen Auftragsmord handelte, den die Stasi angeordnet habe. Eine Veröffentlichung dieses Aktenteils würde die Ermittlungen gefährden, so ein Sprecher.

Der Generalbundesanwalt hat Teile der in der Birthler-Behörde entdeckten Akte zum Fall Kurras für die Öffentlichkeit sperren lassen. In Band 17 der Akte hofft Deutschlands oberster Ermittler, neue Erkenntnisse zum Fall Benno Ohnesorg zu finden.

„In einen Teil dieser Stasi-Unterlagen hat die Bundesanwaltschaft bereits Ende vergangener Woche Einsicht genommen und die Übersendung entsprechender Kopien erbeten. Eine Bewertung der Akten wird erst nach gründlicher Analyse der vollständigen Vorgänge erfolgen können“, sagte gestern der Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof, Frank Wallenta. Mit der sogenannten Verwendungssperre soll eine mögliche Behinderung der weiteren Untersuchungen verhindert werden. Man wolle prüfen, ob es sich bei den Schüssen auf den Berliner Studenten möglicherweise um einen von der Stasi angeordneten Auftragsmord handele. Deshalb wolle man die Unterlagen genauer untersuchen. Nach bisherigen Erkenntnissen aus der Birthler-Behörde scheint ein Auftragsmord jedoch eher unwahrscheinlich zu sein.

Der heute 81 Jahre alte Karl-Heinz Kurras hatte 1967 bei einer Demonstration den Studenten Benno Ohnesorg erschossen. Die genauen Umstände sind bis heute ungeklärt. Kurras wurde damals aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Die Tat gilt als Auslöser der Studentenproteste und der 68er-Bewegung. Am 22.Mai dieses Jahres war bekannt geworden, dass der einstige West-Berliner Polizeikommissar Mitglied der SED und für die Stasi als Inoffizieller Mitarbeiter tätig war.

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