Afrika-Besuch

Papst gegen Abtreibungen auch bei Frauen in Not

| Lesedauer: 2 Minuten

Nach seinen umstrittenen Äußerungen zum Thema Aids und Kondome hat Papst Benedikt XVI. auf seiner Afrika-Reise ein weiteres heißes Eisen angefasst: Nach seiner Ankunft in Angola bekräftigte er das kirchliche Abtreibungsverbot selbst in Fällen, in denen das Leben der Schwangeren in Gefahr ist.

In einer Rede vor dem Diplomatischen Corps im angolanischen Luanda, die auch im Fernsehen übertragen wurde, erteilte Benedikt XVI. politischen Programmen zur Unterstützung von Abtreibung eine deutliche Absage. Sie sollten vermeintlich dem Sozialgefüge dienen, bedrohten es aber tatsächlich. Wörtlich sagte er: „Wie bitter ist die Ironie derjenigen, die Abtreibungen als Pflege der Gesundheit der Frau fördern! Wie befremdlich die These, wonach die Unterdrückung des Lebens eine Frage von reproduktiver Gesundheit sei!"

Damit wandte sich der Papst ausdrücklich gegen das Maputo-Protokoll, das die Charta der Afrikanischen Union ergänzt. Darin werden Regierungen aufgefordert, Frauen das Recht auf Abtreibung zu garantieren, wenn die Schwangerschaft durch Vergewaltigung oder Inzest zustandekam oder das Leben der Frau bedroht.


Auch diese Stellungnahme des Papstes dürfte wieder für Kritik sorgen. Schon auf dem Weg zu seinem ersten Reiseziel Kamerun hatte Benedikt weltweit Kritik mit Äußerungen ausgelöst, denen zufolge Kondome das Aids-Problem eher verschlimmern. Die Internationale Aids-Gesellschaft (IAS) nannte diese Haltung „empörend“. Die Äußerungen des Papstes widersprächen wissenschaftlichen Erkenntnissen, erklärte IAS-Chef Craig McClure.


Der Kampf gegen die Armut in Angola und ganz Afrika war ein weiterer thematischer Schwerpunkt Benedikts zum Auftakt seines Angola-Besuchs. Schon bei seiner Ankunft am Flughafen Luanda forderte er seine Zuhörer auf: „Kapituliert nicht vor dem Recht des Stärkeren.“ Derzeit leben rund zwei Drittel der Angolaner von weniger als zwei Dollar am Tag.


„Mit Integrität, Großmut und Mitgefühl können Sie diesen Kontinent verwandeln“, sagte der Papst später bei seiner Rede im Präsidentenpalast an die Adresse von Präsident Eduardo dos Santos und seiner Kollegen in anderen afrikanischen Staaten. Dazu müssten die Menschenrechte respektiert und gefördert werden, die Regierungen transparent und die Justizsysteme unabhängig arbeiten. Ebenso seien Pressefreiheit, integre Verwaltungen und ein funktionierendes Bildungs- und Gesundheitssystem nötig.


In Angola fehlt es an zahlreichen dieser Voraussetzungen: Die Organisation Transparency International listet den südwestafrikanischen Staat als einen der korruptesten weltweit. Mehr als ein Vierteljahrhundert lang - von 1975 bis 2002 - wütete ein Bürgerkrieg im Land. Angola ist die zweite und letzte Station der Afrika-Reise von Benedikt XVI., die am Montag endet.

( AFP/KNA/OC )