Anweisung

Nato schränkt nächtliche Afghanistan-Einsätze ein

Foto: AFP

Um die Unterstützung durch die afghanische Zivilbevölkerung zu stärken, durchsuchen jetzt afghanische Truppen die Häuser nach Aufständischen. Oberbefehlshaber der Nato- und der US-Truppen McChrystal gab die Anweisung, dass Nato-Truppen nur bei gewaltätigen Auseinandersetzungen einschreiten sollen.

Die Nato will ihre nächtlichen Einsätze in Afghanistan einschränken. Eine entsprechende Anweisung habe der Oberbefehlshaber der Nato- und der US-Truppen, Stanley McChrystal, im vergangenen Monat gegeben, sagten Vertreter des US-Verteidigungsministeriums in Washington.

Demnach sollten künftig zunächst afghanische Truppen nachts Häuser nach Aufständischen durchsuchen. Soldaten der Nato-geführten Isaf-Truppe sollten erst dann einschreiten, wenn es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen komme. Ziel sei es, eine größere Unterstützung durch die afghanische Zivilbevölkerung zu erreichen.

Am Wochenende waren mindestens 27 afghanische Zivilisten, darunter vier Frauen und ein Kind, bei einem Nato-Luftangriff ums Leben gekommen. McChrystal hatte sich bei Präsident Hamid Karsai und der afghanischen Bevölkerung für den Vorfall entschuldigt.

Im vergangenen Jahr starben nach UN-Angaben fast 350 Kinder bei Gewalttaten in Afghanistan.131 von ihnen seien bei Luftangriffen getötet worden, sagte die UN-Sondergesandte für Kinder in bewaffneten Konflikten, Radhika Coomaraswamy,bei einem Besuch in Kabul.

Weitere 22 Kinder seien bei Durchsuchungsaktionen von Sondereinsatzkräften ums Leben gekommen, 128 seien von Aufständischen, einschließlich Selbstmordattentätern, getötet worden.

Coomaraswamy zeigte sich auch besorgt darüber, dass zahlreiche Kinder für den Kampf gegen die internationalen Truppen rekrutiert würden.

( AFP/jm )

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