Gnadengesuch

Ex-RAF-Terroristin Hogefeld wird nicht begnadigt

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Die frühere RAF-Terroristin Birgit Hogefeld bleibt in Haft. Bundespräsident Horst Köhler hat zum zweiten Mal ein Gnadengesuch der heute 53-Jährigen abgelehnt. Zuvor hatte Köhler auch ein persönliches Gespräch mit Hogefeld geführt.

Bundespräsident Horst Köhler hat auch das zweite Gnadengesuch der zu lebenslanger Haft verurteilten ehemaligen RAF-Terroristin Birgit Hogefeld (53) abgelehnt. Köhler habe dies auf der Grundlage der eingeholten Stellungnahmen und eines persönlichen Gesprächs mit ihr nach Abwägung aller Gesichtspunkte entschieden, teilte das Bundespräsidialamt mit.

Der Bundespräsident hatte schon 2007 ein Gnadengesuch Hogefelds abgelehnt. 2008 wies das Oberlandesgericht Frankfurt einen Antrag Hogefelds zurück, nach Verbüßung von 15 Jahren Freiheitsstrafe vorzeitig entlassen zu werden. Zugleich legte das Gericht fest, dass sie mindestens 18 Jahre im Gefängnis bleiben muss. Damit wird sie voraussichtlich im Juni 2011 aus der Strafhaft entlassen.

Hogefeld gilt als eine der Leitfiguren der dritten Generation der Rote Armee Fraktion (RAF), deren Anschläge in den 80er-Jahren bis heute nicht aufgeklärt sind. Unter den Opfern waren auch 1989 der Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, und 1991 der Präsident der Treuhandanstalt, Detlev Karsten Rohwedder. Hogefeld darf bereits seit Mitte August 2009 die Justizvollzugsanstalt Frankfurt-Preungesheim tagsüber verlassen.

Die Literaturwissenschaftlerin Hogefeld war im Juni 1993 auf dem Bahnhof des mecklenburgischen Bad Kleinen von der GSG 9 festgenommen worden. Bei einem anschließenden Schusswechsel wurden der RAF-Terrorist Wolfgang Grams und ein GSG-9-Beamter erschossen. Die Umstände von Grams Tod sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Nach einem langjährigen Prozess erhielt Hogefeld 1996 wegen mehrfachen Mordes und Mordversuches eine lebenslange Freiheitsstrafe. Noch während des Prozesses rief sie Ende 1996 die RAF zur Auflösung auf: Der Kampf sei gescheitert.

( dpa/BMO )

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