Eskalation in Thailand

Tote und Verletzte bei Ausschreitungen in Bangkok

In Bangkok sind bewaffnete Sicherheitskräfte gegen ein von Regierungsgegnern besetztes Areal vorgerückt. Dabei wurden zwei Demonstranten getötet und mindestens 32 Menschen verletzt, darunter ein französischer Journalist. Das auswärtige Amt rät von Reisen nach Bangkok "dringend" ab.

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Aufmarsch der Armee in der thailändischen Haupstadt Bangkok. Der Konflikt der Regierung mit der Opposition, den sogenannten Rothemden, droht weiter zu eskalieren.

Video: Reuters
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Eskalation in Bangkok: Bewaffnete Sicherheitskräfte sind in Richtung auf eines der seit Wochen von Regierungsgegnern besetzen Areale vorgerückt.

Bei den Auseinandersetzungen wurden nach Angaben örtlicher Medien seit Donnerstagabend bereits zwei Demonstranten getötet und dutzende Menschen verletzt, darunter ein Reporter des französischen TV-Senders France 24 und ein einheimischer Pressefotograf.

Wegen der schweren Auseinandersetzungen rät das Auswärtige Amt von Reisen in Thailands Hauptstadt dringend ab. Die Bundesregierung verfolge die aktuelle Entwicklung mit „großer Sorge“, sagte Ministeriumssprecher Andreas Peschke am Freitag in Berlin.

Im Unterschied zu anderen diplomatischen Vertretungen blieb die deutsche Botschaft jedoch weiter geöffnet.

Wegen der ungewissen Lage hatte das Außenministerium bereits im vergangenen Monat eine Reisewarnung für Bangkok erlassen. Davon ausgenommen ist lediglich der Flughafen, der auch von europäischen Touristen und Geschäftsleuten stark benutzt wird.

„Die Nutzung des Bangkoker Flughafens insbesondere als Transitflughafen für Flüge innerhalb Thailands oder ins Ausland ist derzeit nicht beeinträchtigt“, heißt es in den offiziellen Reisehinweisen.

Am Donnerstagabend war ein Demonstrant durch eine Granatenexplosion ums Leben gekommen, ein Anführer der Demonstranten wurde in den Kopf geschossen und lebensgefährlich verletzt. Am Freitag kam ein weiterer Demonstrant unter noch unbekannten Umständen ums Leben.

In den jüngsten Zusammenstößen wurden mindestens 32 Menschen verletzt. Der Korrespondent von France 24 wurde von drei Kugeln getroffen, berichtete ein weiterer Reporter des Senders. „Sein Zustand ist ziemlich ernst“, hieß es. „Die Armee hat heftig mit scharfer Munition auf die Demonstranten geschossen.“

Am Freitagvormittag hatten die Oppositionellen zahlreiche Barrikaden in Brand gesteckt, weil sie ein Vorrücken der Sicherheitskräfte fürchteten. Außerhalb des Viertels hatten sich Rothemden und Sicherheitskräfte in gespannter Atmosphäre gegenüber gestanden.

Polizei und Armee hatten die Zufahrtstraßen abgeriegelt. Die Sicherheitskräfte waren am Donnerstagabend – gut einen Monat nach dem letzten fehlgeschlagenen Versuch – erneut zu dem von den Oppositionellen besetzten Gelände vorgerückt.

An verschiedenen Stellen waren Schüsse und Explosionen zu hören. Der radikalste Anführer der Demonstranten, Generalmajor Khattiya Sawasdipol genannt Seh Daeng, wurde mitten im Interview mit ausländischen Journalisten in den Kopf geschossen.

Er lag am Freitag auf der Intensivstation im Krankenhaus. Ein Sprecher der Demonstranten machte Scharfschützen der Armee verantwortlich.

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