Nach Herzinfarkt

Jürgen Trittin fühlt sich wieder fit für Politik

Acht Wochen nach seinem Herzinfarkt kehrt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin zurück auf die politische Bühne. Trotz der überraschenden Erkrankung denke er nicht an einen Rückzug, sagte Trittin der "Bild am Sonntag". Als erste Amtshandlung erteilte er schwarz-grünen Koalitionen eine Absage.

Jürgen Trittin hat schwarz-grünen Koalitionen eine deutliche Absage erteilt. „Die Vorstellung, man könnte mit den Grünen koalieren und gleichzeitig Gorleben zum Endlager ausbauen und die Laufzeiten von Atomkraftwerken verlängern, ist abwegig“, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Das ist kein Koalitionsangebot, das ist eine Kampfansage.“ Dies gelte nicht nur auf Bundesebene, sondern auch in Nordrhein-Westfalen, wo in sieben Wochen ein neuer Landtag gewählt wird.

Im Gegenzug lobte Trittin SPD-Chef Sigmar Gabriel. „Er hat begriffen, dass die SPD sich langfristig neu aufstellen muss“, sagte er in dem Interview. „Als Grüner sage ich: Gabriel ist jemand, mit dem wir konkurrieren, aber auch politische Gemeinsamkeiten entwickeln können.“

Trittin machte im ersten Interview nach dem Infarkt deutlich, dass er mit der Politik nicht aufhören will: Weit Entscheidender als die Stressmenge sei die Frage, ob es positiver oder negativer Stress ist. „Ich habe immer gerne Politik gemacht, bin ein leidenschaftlicher Wahlkämpfer. Das greift mein Herz nicht an.“

Der Herzinfarkt des Grünen-Fraktionsvorsitzenden war offensichtlich weit gefährlicher als bisher bekannt. „Es war knapp. Und ich musste erkennen, dass ich einer erblichen Veranlagung nicht davon laufen kann“, sagte Trittin. Das Joggen habe ihn aber so fit gemacht, dass er den Infarkt trotz anfänglicher Fehldiagnose weitgehend unbeschadet überstanden habe. Er freue sich, am Montag nach acht Wochen wieder in seinen Job als Fraktionsvorsitzender zurückkehren zu können.

Der Infarkt wurde Trittin zufolge erst nach Tagen erkannt. „Ich hatte undefinierte Rückenschmerzen. Mit denen bin ich zum Arzt. Der hat eine schwere Erkältung diagnostiziert.“ Erst ein EKG habe dann später ergeben, dass ich einen Herzinfarkt hatte.

Der Infarkt sei für ihn ein Schock gewesen. „Denn bis dahin fühlte ich mich geschützt als jemand, der sich gesund ernährt, viel Sport macht, kein Übergewicht hat. Ich hatte geglaubt, meine Lebensweise würde helfen, meine erbliche Veranlagung – mein Vater und Großvater hatten Herzinfarkte – zu überwinden.“

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