Arbeitskampf

Kita-Streik läuft – Ver.di droht mit Verschärfung

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In mindestens fünf Bundesländern werden heute Kindertagesstätten bestreikt, und die Gewerkschaft Ver.di spricht schon jetzt von einer möglichen Ausweitung. Erkämpft werden soll ein besserer Gesundheitsschutz der Mitarbeiter. Die Arbeitgeber glauben allerdings, dass es um etwas ganz anderes geht.

In mehreren Bundesländern haben am Morgen unbefristete Streiks in Kindertagesstätten begonnen. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di laufen unbefristete Arbeitsniederlegungen in kommunalen Kitas in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Schleswig-Holstein und Bremen.

Ver.di-Bundesvorstand Achim Meerkamp sagte im ARD-Morgenmagazin, seine Gewerkschaft sei auf eine längere Auseinandersetzung eingestellt. Je nachdem, wie die Arbeitgeber reagieren würden, sei man auch bereit, die Streiks auszuweiten. Bei Ver.di gehe es um rund 130.000 Beschäftigte der Kommunen, am heutigen Freitag würden noch nicht einmal 20.000 von ihnen mit dem Streik beginnen. „Da ist noch jede Menge Luft nach oben“, sagte Meerkamp.

Zusammen mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will Ver.di einen tarifvertraglich geregelten Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter durchsetzen. Er soll für insgesamt 220.000 Erzieher und Sozialarbeiter bei den Kommunen gelten.

In mehreren Städten planen die Gewerkschaften heute Protestveranstaltungen. In Köln wird dazu Ver.di-Chef Frank Bsirske erwartet. Die Arbeitgeber werfen den Arbeitnehmervertretern vor, es gehe ihnen in Wirklichkeit gar nicht um Gesundheitsschutz, sondern um bessere Bezahlung.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) allerdings plädierte für bessere Bezahlung und bessere Karrierechancen für Erzieherinnen und Erzieher. „Mit dem Ausbau der Kinderbetreuung muss auch eine bessere Qualität einhergehen. Das kostet selbstverständlich Geld“, sagte sie den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“. „Aus gutem Grund gibt der Bund nicht nur Investitionskosten, sondern auch Betriebskosten, die direkt in die Gehälter von Erzieherinnen und Erziehern fließen.“

Zu einer Aufwertung des Berufes gehörten auch Karrierechancen. „Es ist gut, dass das Problem jetzt auf dem Tisch ist. Ich hoffe, dass sich die Tarifparteien bald auf eine zukunftsfähige Lösung einigen„, sagte von der Leyen. Dass die Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten der Erzieherinnen heute ungünstiger seien als früher, habe „auch damit zu tun, dass beide Tarifpartner diese Struktur erst gemeinsam geschaffen und dann bis heute nicht geändert“ hätten.

( dpa/cn )

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