Panama

Nationaler Supermarktkönig wird neuer Präsident

Mit großem Vorsprung hat Ricardo Martinelli die Präsidentenwahl in Panama gewonnen. Der konservative Politiker besitzt nicht nur die größte Supermarktkette des Landes, sondern auch mehrere Banken. Er versteht sich als Gegenpol zu den linksgerichteten Regierungen in anderen lateinamerikanischen Ländern.

In Panama hat der konservative Unternehmer Ricardo Martinelli die Präsidentenwahl am Sonntag gewonnen. Nach dem vorläufigen Ergebnis erreichte er 60,4 Prozent der Stimmen, wie die Wahlbehörde mitteilte. Die Kandidatin der regierenden Mitte-Links-Koalition, Balbina Herrera, kam mit 37,2 Prozent auf Platz zwei.

Der seit 2004 amtierende Präsident Martín Torrijos durfte gemäß Verfassung nicht erneut antreten. Er wird sein Amt am 1. Juli an den 57-jährigen Martinelli übergeben. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre.

Der künftige Präsident ist Eigentümer der größten Supermarktkette des Landes. Zu seinem Wirtschaftsimperium gehören auch Banken und landwirtschaftliche Unternehmen.

Martinelli hatte vor den Wahlen dazu aufgerufen, dem Linksrutsch in Lateinamerika ein Ende zu setzen. In einer ersten vom Fernsehen übertragenen Erklärung kündigte Martinelli verstärkte öffentliche Investitionen gegen den drohenden Wirtschaftsabschwung an. Zudem versprach er Verbesserungen bei Sicherheit und öffentlichem Verkehr.

Die Wahlen verliefen laut den Behörden insgesamt ruhig und ohne größere Zwischenfälle. In einem Wahllokal allerdings kam es zu einer Schießerei, die von der Polizei nach wenigen Minuten beendet wurde.

Nach Schätzungen beteiligten sich etwas mehr als 70 Prozent der 2,2 Millionen Wahlberechtigten an dem Urnengang. Am Sonntag fanden auch Parlaments- und Kommunalwahlen statt, ein Ergebnis liegt bisher nicht vor.

Es waren die vierten Wahlen in Panama seit dem Sturz des Militärregimes von Manuel Noriega durch die US-Armee 1989.

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