Misshandlungsvorwürfe

Rücktrittsgesuch – Mixa gibt Druck der Kirche nach

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Bischof Mixa reicht Rücktritt ein

Nachdem ihm sogar der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz zu einer Auszeit riet, hat Walter Mixa die Konsequenzen gezogen. Er bot dem Papst seinen Rücktritt als Bischof von Augsburg und als Militärbischof an.

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Nach ihm selbst der Chef der Deutschen Bischofskonferenz zu einer Auszeit riet, hat Walter Mixa die Konsequenzen gezogen. Er bot dem Papst seinen Rücktritt als Bischof von Augsburg und als Militärbischof an. Er begründete den Schritt mit seiner Verantwortung für das Bistum. Die CSU begrüßte Mixas Entscheidung.

Der wegen angeblicher Misshandlung von Heimkindern und Abrechnungsunregelmäßigkeiten in die Kritik geratene Bischof von Augsburg, Walter Mixa, zieht Konsequenzen: Wie die „Augsburger Allgemeine“ unter Berufung auf „vertrauenswürdige Personen“ berichtete, hat er Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt angeboten.

In einem Brief an das Kirchenoberhaupt habe er auch sein Amt als Militärbischof der Bundeswehr zur Verfügung gestellt. In der Regel wird ein solches Rücktrittsgesuch von der Kirchenführung in Rom angenommen. Eine Bestätigung des Zeitungsberichts von der bayerischen Bischofskonferenz oder anderen Kirchenvertretern steht noch aus.

In einem außergewöhnlichen Schritt hatte zuvor die Führung der katholischen Kirche Mixa nahegelegt, seine Amtsgeschäfte wenigstens für einige Zeit ruhen zu lassen. Ein Rückzug Mixas sei geeignet, „eine Atmosphäre größerer Sachlichkeit bei den notwendigen und auch von ihm gewünschten Klärungen zu bewirken“, hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, noch am Mittwochmittag erklärt.

Der Sprecher der christsozialen Katholiken, Thomas Goppel (CSU), begrüßte Mixas Rücktrittsangebot. Er sagte im ZDF-„Morgenmagazin“: „Respekt ist notwendig und sinnvoll. Der Bischof hat eine Entscheidung getroffen, spät, aber nicht zu spät, zu einer Kondition, wenn sie denn so akzeptiert wird und sich so bewahrheitet, die man sehr wohl anerkennend in die Tat umsetzen kann, nämlich jetzt dafür zu sorgen, dass die Diözese eine neue Besetzung und einen Neuanfang erfährt.“

Wie die „Augsburger Allgemeine“ berichtete, begründete Mixa sein Rücktrittsgesuch mit einer übergeordneten Verantwortung für sein Bistum. Die „anhaltenden öffentlichen Diskussionen“ um seine Person hätten „Priester und Gläubige schwer belastet“, zitierte die Zeitung aus Auszügen des Briefes.

Überteuerte Kunstwerke, Teppiche, Wein, Möbel

Dem Blatt lag darüber hinaus nach eine schriftliche Erklärung des Bischofs vor, in der er von seinen Rücktrittsabsichten berichtete. Er wolle nun den Weg für einen Neuanfang freimachen. „Alle, zu denen ich ungerecht gewesen sein mag, und alle, denen ich Kummer bereitet habe, bitte ich heute noch einmal um Verzeihung“, zitierte die Zeitung den Bischof. Er wolle an der Aufklärung aller gegen ihn erhobenen Vorwürfe mitwirken.

Mixa hat inzwischen eingestanden, Heimkinder in seiner früheren Zeit als Stadtpfarrer geschlagen zu haben, nachdem er zunächst jede Gewalt gegenüber Kindern „reinen Herzens“ bestritten hatte. Allerdings sprechen die Opfer in eidesstattlichen Versicherungen von brutalem Prügel, während Mixa nur ein paar Ohrfeigen einräumte.

Vorwürfe, Mixa habe als Stadtpfarrer von Schrobenhausen in Oberbayern nennenswerte Geldbeträge zum Schaden einer Waisenhausstiftung zweckentfremdet, werden derzeit von einem Sonderermittler und einer Münchner Anwaltskanzlei geprüft. Es geht um überteuerte Kunstwerke und Teppiche, Wein, Möbel, Mixas Bischofsring und ungeklärte Zahlungen, die in Verantwortung von Mixa aus dem Stiftungsvermögen widerrechtlich bezahlt worden sein sollen.

Die Berichterstattung über die Vorgänge in Schrobenhausen kritisierte jetzt CSU-Politiker Goppel. „Dass man deswegen einen Skandal konstruiert, in dem die ganze Kirche untergehen könnte, das geht nicht“, sagte der frühere bayerische Minister. Ihn störe die „Einseitigkeit“, mit der behauptet werde, dass solche Einzelfälle die Kirche darstellten.

"Zeit der geistlichen Einkehr" empfohlen

Die Affäre um den konservativen Kirchenmann Mixa, der zu den bekanntesten katholischen Bischöfen gehört, hatte der seit Wochen unter dem Missbrauchsskandal leidenden Kirche zusätzlich zugesetzt. Erzbischof Zollitsch hatte Mittwochmittag in Freiburg erklärt, er habe in den vergangenen Tagen – wie auch der Münchner Erzbischof Reinhard Marx – mehrfach mit Mixa gesprochen.

Dabei habe man mit Mixa überlegt, „ob eine Zeit der geistlichen Einkehr und der räumlichen Distanz hilfreich sein könne“, sagte Zollitsch. Dies könne Mixa auch „die Möglichkeit geben, nach sehr erhitzten Wochen neue Kräfte zu sammeln und die Geschehnisse mit mehr Ruhe zu bedenken“. Auch aus der Politik wurden die Forderungen nach einem schnellen Rücktritt Mixas lauter.

Der Schritt des obersten Repräsentanten der deutschen Bischöfe gilt als Noch bevor das Rücktrittsgesuch bekanntwurde, sagte der Vorsitzende des Augsburger Diözesanrates, Helmut Mangold, eine schnelle Aufklärung der Vorwürfe gegen Mixa wäre ihm lieber gewesen. Die überwiegende Mehrheit der Katholiken im Bistum fordere aber Mixas Rücktritt, er sei kaum mehr zu halten. Der Vorstoß von Zollitsch müsse für Mixa ein „seelischer Schock“ sein.

( dpa/AFP/cn )