Schule

CDU will nicht mitschwimmende Muslime bestrafen

Durch das Fehlverhalten ihrer Eltern dürften Kinder nicht zu Märtyrern werden, sagt der migrationspolitische Beauftragte der CDU in Nordrhein-Westfalen, Michael Solf. Deshalb will er ein Strafsystem für das Fernbleiben von Klassenfahrten und vom Schwimmunterricht einführen.

Der migrationspolitische Beauftragte der CDU-Landtagsfraktion in NRW, Michael Solf, fordert Schulstrafen für muslimische Schüler, die nicht an Klassenfahrten oder am Schwimm-Unterricht teilnehmen. Gleichzeitig sprach sich Solf in Düsseldorf dafür aus, dass das zuständige Schulministerium klarer als bisher festlegt, dass Klassenfahrten und Schwimmen im Sportunterricht Bestandteile des Schulunterrichts sind. Außerdem wünsche er sich, dass Lehrer und Schulleiter jeden einzelnen Fall von Unterrichtsabmeldung prüfen und keine von Vereinen oder Verbänden vorgedruckten Formulare mehr akzeptieren.

Fernbleiben von Klassenfahrten oder von bestimmten Sport-Stunden könne in etwa so sanktioniert werden wie das unentschuldigte Fernbleiben von Schülern am letzten Schultag vor den Ferien, sagte Solf. Auf jeden Fall müsse aber immer das Wohl des betroffenen Kindes im Vordergrund stehen.


Verhindert werden müsse, dass „Kinder zu Märtyrern werden durch das pädagogische Fehlverhalten ihrer Eltern“, betonte der migrationspolitische Beauftragte der CDU-Landtagsfraktion bei der Vorlage eines Positionspapiers seiner Fraktion zur Verbesserung von Chancen für Schüler mit Zuwanderungsgeschichte.

Dazu gehöre auch, die Eltern verstärkt einzubeziehen, forderte Solf. „Ohne die Eltern erreichen wir die Kinder nicht“, meinte der Experte weiter. In diesem Sinne müsse auch das vor einigen Jahren gegründete „Elternnetzwerk NRW – Integration miteinander“ stärker gefördert werden. Neben der Wissensvermittlung sei die Erziehung zur Sozialkompetenz eine der Hauptaufgaben der Schulen.


Die gelebte Gemeinschaft in der Schule führe die jungen Menschen zur Integration in die Gesellschaft. „Deshalb muss die Gesellschaft darauf bestehen, dass alle Schüler an den kulturellen und sportlichen Aktivitäten der Schule, an Wandertagen, Klassenfahrten und ähnlichem teilnehmen", sagte Solf.


Solf plädierte auch für eine verstärkte Einstellung von Lehren mit Zuwanderungsgeschichte. Derzeit liege deren Anteil landesweit bei etwa zwei Prozent. Zudem müssten Lehramtsstudenten schon im Studium darauf vorbereitet werden, im Unterricht mit Migranten zu arbeiten. Unerlässlich für eine Verbesserung der Chancen von Kindern mit Migrationshintergrund sei auch, die Weiterbildungsbereitschaft bei Eltern und Kindern zu erhöhen. Nötig sei hier “Fordern und fördern auf ehrlicher Augenhöhe“, betonte Solf.