Grünen-Fraktionschef

Jürgen Trittin mit Herzinfarkt in Berliner Klinik

Der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Jürgen Trittin, hat nach Informationen von Morgenpost Online einen Herzinfarkt erlitten. Trittin wurde am Montagabend in das Bundeswehrkrankenhaus in Berlin eingewiesen. Trittin wird stationär behandelt und muss noch mehrere Tage in der Klinik bleiben.

Jürgen Trittin, Vorsitzender der Grünen-Bundestagsfraktion, ist überraschend ins Krankenhaus eingeliefert worden. Nach Informationen der Berliner Morgenpost hat Trittin am Montagabend einen Herzinfarkt erlitten und wurde ins Bundeswehrkrankenhaus in Berlin-Mitte eingeliefert. Er wird stationär behandelt und muss noch mehrere Tage in der Klinik bleiben.

Ein Sprecher der Bundestagsfraktion wollte sich am Dienstag nicht zu der Erkrankung des Fraktionsvorsitzenden äußern. Er teilte lediglich mit, dass Trittin im Krankenhaus sei und alle politischen Termine für diese Woche abgesagt habe. Derzeit würden Untersuchungen vorgenommen, so der Sprecher.

Der 55-jährige Trittin ist seit 1998 Mitglied im Bundestag. Er gehört innerhalb der Grünen dem linken Parteiflügel an. Mit der Bildung der rot-grünen Bundesregierung machte Trittin, der für seine scharfen Attacken auf den politischen Gegner bundesweit bekannt ist, dann Karriere: Er wurde Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Dieses Amt hatte er bis zu den vorgezogenen Neuwahlen im Jahr 2005 inne. Anschließend wurde der gebürtige Bremer zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt.

Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr trat er – gemeinsam mit der Berliner Grünen-Politikerin und ehemaligen Verbraucherschutzministerin Renate Künast – als Spitzenkandidat an. Die Grünen erzielten bei dieser Wahl mit 10,7 Prozent ihr bestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Anschließend wurden Trittin und Künast zu den beiden Vorsitzenden der neuen Grünen-Fraktion gewählt. In der Wählergunst stehen die Grünen, die kürzlich ihr 30-jähriges Bestehen feierten, nach wie vor gut da. Sie kommen derzeit auf 13 bis 14 Prozent – ein Rekordwert für die Grünen in Umfragen.

Am vergangenen Wochenende machte Trittin, der seit Langem in Pankow lebt, einmal mehr Schlagzeilen, als er sagte, in Berlin gebe es „Regierungsversagen“, das sich in Verelendung und Bildungsmisere äußere. Der Staat sei „in manchen Bezirken gescheitert“, erklärte der streitbare Grünen-Politiker. Und: Es bildeten sich „Ghettos“ heraus. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wies die Äußerung sogleich zurück. Trittin solle sich erst einmal sachkundig machen, ehe er über Berlin spreche, schimpfte Wowereit. „Oder er soll sich um sein Getto der grünen Bundespolitik kümmern.“

Trittin führt ein gesundes Leben: Der 55-Jährige treibt Sport, fährt Fahrrad (besitzt keinen Führerschein), joggt und isst kein Schweinefleisch.

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