Strategiepapier

CDU schmiedet Plan, um der SPD Wähler abzujagen

Die CDU-Spitze ist mit dem Ergebnis der Bundestagswahl unzufrieden und sucht nach Wegen, künftig besser abzuschneiden. Offenbar will die Partei weniger auf die Aktivierung von Stammwählern als auf neue Gruppen setzen. Gezielt sollen SPD-Wähler umworben werden. Doch auch der FDP will die CDU Stimmen abjagen.

Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb / dpa

Die CDU-Spitze will die Partei bei der am Donnerstagnachmittag beginnenden Vorstandsklausur laut Zeitungsberichten auf die Gewinnung neuer Wähler einschwören, ohne die Stammklientel zu vergrätzen.

In der Beschlussvorlage räumt die Parteispitze ein, dass sie mit dem Ergebnis von 33,8 Prozent bei der Bundestagswahl vom Herbst unzufrieden ist. „Es wird daher mehr denn je entscheidend darauf ankommen, die eigenen Stammwähler zu binden und neue Wähler hinzuzugewinnen“, zitiert die „Financial Times Deutschland“ aus dem Papier. Die Partei müsse aber programmatisch weiterentwickelt und den Stammwählern dies erläutert werden.

Wie bild.de berichtet, soll auch gezielt um SPD-Wähler geworben werden, um der CDU als Volkspartei wieder zu mehr Gewicht zu verhelfen.

„Wir wollen bisherige Wählerinnen und Wähler der SPD für uns gewinnen, die vom Linksruck dieser Partei und der zunehmenden Bereitschaft zu Bündnissen mit der Linken enttäuscht sind“, heißt es demnach im Entwurf der „Berliner Erklärung“.

Vor allem sollten aber zur FDP abgewanderte ehemalige Sympathisanten zurückgeholt werden, sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. „Dabei spielt unsere Wirtschafts- und Finanzpolitik eine besonders wichtige Rolle.“

Im Grünen-Spektrum solle die CDU „mit einer überzeugenden Umwelt- und Klimaschutzpolitik zusätzliche Wähler (...) gewinnen“. Die konservative Stammwählerschaft stehe nicht im Zentrum des Bemühens, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Wie Wahlanalysen im Auftrag der Parteiführung ergeben hätten, bringe es der CDU mehr, neue Wählergruppen zu erschließen als sich zu stark etwa an kirchennahe Katholiken und Vertriebene zu binden.

Gröhe sagte, ältere Unionsanhänger wüssten „sehr genau, dass Politik für ihre Kinder und Enkel den heutigen Lebensbedingungen gerecht werden muss“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigte den Öffnungskurs gegen parteiinterne Kritik am fehlenden konservativen Profil. Man müsse immer um möglichst breite Wählerschichten ringen, „das bedeutet natürlich auch, den gewachsenen Anteil von Wechselwählern zu erreichen“, sagte die Parteivorsitzende dem „Handelsblatt“. Zur Realität der Gesellschaft gehöre heute, „dass der Teil derer, die ihr ganzes Leben lang dieselbe Partei wählen, abnimmt“, sagte Merkel. „Da hat sich was verändert.“

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