Medizin

Ärztekammer-Chef fordert Alzheimer-Abgabe

Foto: Pascal Deloche / GODONG / Godong

Beim Kauf eines Arzneimittels soll jeder 50 Cent für die Erforschung von Alzheimer zahlen. Das will der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe. Derzeit gibt es 1,2 Millionen Demenzkranke in Deutschland. Zwei Drittel von ihnen leidet an Alzheimer.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hat eine „Alzheimer-Abgabe“ auf Medikamente für eine verbesserte Demenzforschung gefordert. Er halte die Idee, beim Kauf von Arzneimitteln eine 50-Cent-Abgabe für die Alzheimer-Forschung zu zahlen, wie sie derzeit in Frankreich diskutiert werde, für sehr sinnvoll, sagte er der „Passauer Neuen Presse“. Schon jetzt gebe es eine Unterversorgung von Demenzkranken in Deutschland.

Bei einer moderaten Steigerung der Lebenserwartung müsse bis 2040 mit 2,2 Millionen Fällen von Demenz in der Bundesrepublik gerechnet werden. Falls es einen Durchbruch in der Behandlung von Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gäbe, könnte diese Zahl auf drei Millionen anwachsen. „Die bisher veranschlagten Mittel in der öffentlich geförderten Forschung reichen nicht aus“, betonte Hoppe. Notwendig sei eine gesamtgesellschaftliche Kraftanstrengung.

Demenz ist ein langsam voranschreitender Prozess, der sich meist über Jahre erstreckt. Es kommt zu chronisch fortschreitenden, degenerativen Veränderungen des Gehirns. Bei Demenzkranken sind beispielsweise Verschlechterungen der Gedächtnisleistung, des Denkvermögens, der Urteilsfähigkeit und der Orientierung festzustellen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums leben derzeit etwa 1,2 Millionen Demenzkranke in Deutschland. Zwei Drittel von ihnen leiden an Alzheimer, der häufigsten Form der Demenz.

( EPD/cl )