Thailand

Demonstranten geben Regierungssitz frei

In Thailand haben Demonstranten den umlagerten Regierungssitz freigegeben. Tage zuvor sind tausende Oppositionelle zu dem Gebäude gezogen, und haben damit die Regierungsarbeit behindert. Sie forderten den Rücktritt von Ministerpräsidenten Abhisit Vejjajiva. Doch der weigert sich.

In Bangkok haben hunderte Demonstranten die seit Tagen andauernde Belagerung des thailändischen Regierungssitzes beendet. Die Oppositionsanhänger verließen am Freitag ihr vor dem Regierungssitz in Bangkok eingerichtetes Lager. Sie waren in rote Gewänder und T-Shirts gehüllt – die Farbe des ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Protestführer Veera Musikapong kündigte gleichzeitig eine Fortsetzung des Kampfes gegen die Regierung von Ministerpräsidenten Abhisit Vejjajiva an. Die Oppositionsanhänger verlangen den Rücktritt des Regierungschefs, die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen.

„Es macht keinen Sinn, vor dem Regierungssitz zu demonstrieren“, begründete Musikapong das Ende der Proteste. Um ihr Ziel zu erreichen, werde die Opposition ihren Kampf in städtischen und ländlichen Gebieten, inner- und außerhalb des Parlaments fortsetzen. Sollte die Regierung die Forderungen in einem Monat nicht erfüllt haben, würden die Demonstranten wieder vor den Regierungssitz ziehen. Im thailändischen Badeort Hua Hin findet derzeit das Jahrestreffen der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN statt.

In Thailand tobt seit Thaksins Absetzung 2006 ein Machtkampf. In seinem Verlauf waren im vergangenen Jahr drei Monate lang der Regierungssitz in Bangkok blockiert und vorübergehend die Flughäfen von Bangkok besetzt worden – zehntausende Touristen saßen tagelang fest.