Migrationsbericht

Immer mehr Deutsche verlassen die Republik

Im Jahr 2007 kehrten so viele deutsche Staatsbürger dem Land den Rücken wie seit den 50er-Jahren nicht mehr. Zugleich ging die Zahl sowohl der Einbürgerungen als auch der Asylbewerber zurück. Dafür kamen mehr qualifizierte Fachkräfte, etwa IT-Spezialisten, nach Deutschland – und mehr Studenten.

Das neue Ausländerrecht zeigt erste Wirkung. Nach Angaben des „Migrationsberichts 2007“, den das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seit 2001 jährlich erstellt, ist die Zahl der zugewanderten Fachkräfte aus der IT-Branche auf 3411 gestiegen. Hinzu kamen 2205 Akademiker anderer Disziplinen. Diese Zahl war schon einmal auf wenige Hundert zusammengeschmolzen.

Auch die Zahl ausländischer Studienanfänger an deutschen Hochschulen hat sich leicht erhöht – das neue Recht macht es ihnen leichter, nach dem Studium eine Aufenthaltserlaubnis zur Suche nach einem studienadäquaten Arbeitsplatz zu erhalten.


Im Jahr 2007 sind insgesamt 680.766 Menschen nach Deutschland gezogen, davon 574.752 Ausländer. Damit verzeichnete das Bundesamt 44.000 mehr Zuzüge als Fortzüge. 2006 betrug die Differenz 23.000.


Fast 60 Prozent der ausländischen Einwanderer kommen aus der Europäischen Union – überhaupt stammt der größte Teil der in Deutschland lebenden Ausländer aus der EU; die zweitgrößte Gruppe kommt aus der Türkei. Aus der EU ziehen immer mehr Rumänen und Bulgaren zu – ein Resultat der Osterweiterung.


Die Zahl der Asylbewerber nimmt dagegen stetig ab, im Jahr 2007 beantragten nur noch 19.000 Menschen Asyl. Die Zahl der Einbürgerungen ging gegenüber 2006 um neun Prozent zurück auf 113.000. Seit der Reform des Staatsbürgerschaftsrechts im Jahr 2000 ist das der niedrigste Stand.


Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung liegt konstant bei 8,8 Prozent, das sind 6,74 Millionen Menschen. Fast zwei Drittel der Ausländer leben seit zehn oder mehr Jahren in Deutschland. 70 Prozent der Ausländer sind seit acht oder mehr Jahren hier. Mehr als die Hälfte der Ausländer (58 Prozent) hat eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung.

Die Zahl der Fortzüge von Deutschen war seit 1950 nicht mehr so hoch wie heute – mit 25 Prozent aller Auswandernden. 161.000 Deutsche verließen Deutschland im Jahr 2007. Den größten Teil der Fortziehenden – insgesamt 637.000 Menschen - stellen jedoch weiterhin Ausländer: Im Jahr 2007 verließen 476.000 die Bundesrepublik.

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