Protest gegen Polizei

Griechenland-Randale erreicht Deutschland

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Im Zentrum Athens ist es in der Nacht zum Sonntag erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen. Rund 150 Vermummte bewarfen die Polizei mit Molotow-Cocktails und zündeten Mülltonnen an. Zuvor war es auch in Hamburg nach einer Demonstration gegen die griechische Polizei zu Krawallen gekommen. Vier Beamte wurden verletzt.

Die Ausschreitungen in Athen begannen nach einer Mahnwache an dem Ort, an dem vor zwei Wochen der 15 Jahre alte Alexandros Grigoropoulos von einer Polizeikugel getötet wurde. Rund 150 Chaoten lösten sich aus der Mahnwache und zogen zur Technischen Universität. Von dort aus griffen sie die Polizei an. Die Ausschreitungen dauerten bis zum frühen Morgen.

Zuvor hatten bereits Unbekannte Brandsätze vor zwei Behördengebäuden gezündet. Es entstand erheblicher Sachschaden. Andere attackierten mit Brandflaschen den Parkplatz der Athener Polizeischule. Sieben Polizeiautos brannten aus.

Die Polizei setzte massiv Tränengas ein, um die Randalierer zurückzudrängen.

Am Abend hatten sich am zentralen Syntagmaplatz absurde Szenen vor dem künstlichen Weihnachtsbaum der Stadt abgespielt. Demonstranten warfen Müll auf den Baum und skandierten „Das haben eure Weihnachten verdient“. Die Bereitschaftspolizei bildete rund um den rund 18 Meter hohen Weihnachtsbaum einen Schutzgürtel. Schließlich setzen die Beamten auch Tränengas ein, um die rund 200 Demonstranten auseinanderzutreiben.

Zuvor war es auch in Hamburg nach einer Demonstration gegen die griechische Polizei zu Krawallen gekommen. Vier Beamte wurden verletzt, wie die Polizei berichtete. 14 Menschen wurden festgenommen. Unter dem Motto „Solidarität ist eine Waffe!“ wollten rund 950 Menschen ihre Verbundenheit mit den seit zwei Wochen in Griechenland demonstrierenden Studenten bekunden, teilten die Organisatoren mit. Die Demonstranten versammelten sich an der Universität und wollten bis zum Hauptbahnhof marschieren. Als Flaschen und Knallkörper geworfen wurden, löste die Polizei die Demonstration auf.

Beim Abzug in kleinen Gruppen griffen Störer nach Polizeiangaben vereinzelt Polizisten an. Zwei seien nach Flaschenwürfen ins Krankenhaus gebracht worden. Ohne Zwischenfälle verlief indessen eine Mahnwache vor dem griechischen Generalkonsulat am Gänsemarkt mit rund 250 Teilnehmern. Wegen der Demonstrationen waren etwa 1.300 Polizisten im Einsatz. Gegen 19 Uhr seien alle Veranstaltungen beendet gewesen, die Nacht zum Sonntag sei ohne Zwischenfälle verlaufen, sagte der Polizeisprecher.

( AP/dpa/omi )