Wahlampfspenden

Palin gab 150.000 Dollar fürs Aussehen aus

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Die Kandidatin der Republikaner für das Amt des Vizepräsidenten Sarah Palin soll über hunderttausend Dollar Wahlkampfspenden für sich beansprucht haben, um damit ihr Äußeres aufzufrischen. Ein Geldgeber fordert jetzt sein Geld zurück, obwohl die Kleider laut John McCain gespendet werden sollen.

Eine Rechnung über 150.000 Dollar (117.000 Euro) für das Ausstaffieren der Vizepräsidentschaftskandidatin der US-Republikaner Sarah Palin hat US-Medien zufolge scharfe Kritik unter wichtigen Spendern ausgelöst. „Ich will mein Geld zurück“, zitierte die Online-Zeitung „Politico“ einen Geldgeber, der anonym blieb. Es scheine sich zu lohnen, im Rennen um das Weiße Haus anzutreten, sagte ein anderer Spender. „Selbst wenn man verliert, hat man einen Schrank voller neuer Kleider.“


Allein für die Garderobe der Gouverneurin von Alaska seien im September rund 125 000 Dollar ausgegeben worden, berichtete „Politico“ unter Berufung auf Dokumente der Partei. Friseurbesuche und Make-up hätten überdies mit mehr als 4700 Dollar zu Buche geschlagen. Daneben seien noch weitere Kosten für Palins Erscheinungsbild aufgelaufen. Das Wahlkampflager des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers John McCain erklärte den Angaben zufolge, dass die Kleider nach der Wahl am 4. November einer Wohltätigkeitsorganisation gespendet werden sollen.

Ende dieser Woche wird Palin zum zweiten Mal wegen des Vorwurfs des Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit einer Entlassung befragt. Die Gouverneurin von Alaska werde am Freitag vor der Personalkommission des Bundesstaates aussagen, sagte ein Sprecher des Wahlkampfteams von Präsidentschaftskandidat John McCain, Taylor Griffin.


Die Personalkommission soll der Frage nachgehen, ob Palin mit der Entlassung des Sicherheitschefs von Alaska, Walt Monegan, im Juli die ethischen Standards verletzt habe. Zu diesem Schluss war ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss in Alaska Mitte Oktober gekommen. Palin hatte daraufhin eine zweite Untersuchung beantragt.


Der parlamentarische Untersuchungsausschuss hatte befunden, die Gouverneurin habe zwar die Befugnis zu der Entlassung gehabt. Sie habe aber die ethischen Standards verletzt, weil sie gewollt habe, dass Monegan den Polizisten Mike Wooten entließ. Wooten ist der Ex-Mann von Palins Schwester. Monegan hatte sich trotz starken Drucks von Palins Ehemann Todd geweigert, den Polizisten zu entlassen.


Neben Palin soll am Freitag auch ihr Ehemann Todd vor der Personalkommission aussagen. Die Gouverneurin hatte dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss vorgeworfen, eine politische Kampagne gegen sie zu führen. Die Personalkommission muss für ihre Untersuchung keine zeitliche Frist einhalten. Palin bestand laut Griffin nicht auf einen Abschluss der Ermittlungen vor der Präsidentschaftswahl am 4. November.

Mehr Informationen zum US-Wahlkampf finden Sie in unserem Dossier

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( AFP/dpa/lk )

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