Hebron

Siedler randalieren im Palästinenser-Viertel

In der geteilten Stadt Hebron im Westjordanland liefern sich jüdische Siedler mit der Polizei hartnäckige Auseinandersetzungen. Randalierer tobten im Palästinenser-Viertel, das zur militärischen Sperrzone erklärt wurde. Der eigentliche Konflikt dreht sich um ein Haus, auf das sowohl Palästinenser als auch Juden Besitzansprüche erheben.

Foto: AP

In der geteilten Stadt Hebron im Westjordanland haben sich jüdische Siedler erneut Auseinandersetzungen mit der israelischen Polizei geliefert. Die Polizei setzte nach Angaben eines Sprechers Blendgranaten ein, um eine Gruppe von 40 Randalierern aus einem der zur militärischen Sperrzone erklärten Palästinenser-Viertel der Stadt zu vertreiben. Sieben Siedler seien zum Verhör abgeführt worden.

Der Konflikt dreht sich um ein umstrittenes Haus, auf das sowohl Palästinenser als auch Juden Besitzansprüche erheben. Seit März 2007 wohnen dort mehrere jüdische Siedlerfamilien. Wegen der ungeklärten Besitzverhältnisse hatte das Oberste Gericht im November die Räumung angeordnet. Daraufhin kamen hunderte radikale Siedler nach Hebron, um die Durchsetzung des Gerichtsbeschlusses zu verhindern.

Verteidigungsminister Ehud Barak kündigte ein Treffen mit den Siedlern am Donnerstag an. An der Räumung des Hauses werde aber in jedem Fall festgehalten, sagte Barak in einem Interview des Fernsehsenders Kanal 2. In Hebron leben rund 500 jüdische Siedler und 170.000 Palästinenser. Im gesamten Westjordanland gibt es etwa 100 nicht genehmigte Außenposten, gegen die die israelische Regierung bislang nicht vorgegangen ist.

Bei schweren Ausschreitungen zwischen Siedlern und Palästinensern wurden in den vergangenen Wochen dutzende Menschen auf beiden Seiten zum Teil schwer verletzt. Am Mittwoch nahm die Polizei insgesamt mehr als zwei Dutzend Siedler fest.

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