Athen

Auch Dienstagnacht flogen Molotow-Cocktails

Foto: dpa / DPA

Erneut ist es in Athen und anderen Städten Griechenlands zu schwere Ausschreitungen zwischen Jugendlichen und Polizisten gekommen. Zudem kritisierte Amnesty International den Einsatz der griechischen Polizei. Ihre Gewaltanwendung sei "unrechtmäßig und unverhältnismäßig".

Amnesty International hat der griechischen Polizei im Zusammenhang mit den Jugendkrawallen der vergangenen Tage ein zu hartes Vorgehen gegen die Protestierer vorgeworfen. In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung forderte AI die Regierung in Athen auf, „die unrechtmäßige und unverhältnismäßige Anwendung von Gewalt der Polizei“ zu stoppen.

Griechische AI-Aktivisten hätten von Übergriffen der Polizei gegen friedliche Demonstranten berichtet, hieß es in der Erklärung der Menschenrechtsorganisation weiter. Amnesty forderte außerdem eine unabhängige Untersuchung der tödlichen Polizeischüsse auf einen 15-Jährigen am vergangenen Samstag. Der Tod des Jungen war Auslöser der schwersten Ausschreitungen in Griechenland seit mehr als zwei Jahrzehnten.

Auch am Dienstagabend kam es in Athen und anderen Städten wieder zu schweren Zusammenstößen zwischen Autonomen und der Polizei. Vermummte Jugendliche zogen die vierte Nacht in Folge durch die Innenstädte und zündeten Barrikaden an, plünderten Geschäfte und warfen Scheiben ein. In der westgriechischen Stadt Patras griffen Randalierer am Abend Polizeiwachen mit mit Molotow-Cocktails und Steinen an.

Zuvor war es bereits bei der Trauerfeier für den getöteten 15-Jährigen in Athen zu heftigen Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen.

Die Opposition forderte den Rücktritt von Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis, dessen konservative Regierung im Parlament nur die hauchdünne Mehrheit von einer Stimme hat. „Die Regierung kann die Krise nicht bewältigen, und sie hat das Vertrauen des griechischen Volkes verloren“, erklärte der sozialistische Parteichef Georgios Papandreou. Er machte politische Fehlentscheidungen und Versäumnisse für die Unruhen verantwortlich.

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