Umfrage

Was Promis vom Kapitalismus halten

Die Finanzkrise ist natürlich auch eine Krise des Kapitalismus. Bedeutet sie, dass dieses Wirtschaftssystem am Ende ist? Oder dass es nur reformiert werden muss? Morgenpost Online hat von Karl Dall über Smudo bis Gregor Gysi die deutschen Prominenten um eine Antwort auf eine einfache Frage gebeten.

Krisen hat es im Kapitalismus immer gegeben. Fast immer wurde es danach besser als zuvor. Auch in der Finanzkrise sind viele optimistisch. So sieht der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller in der gegenwärtigen Finanzmarktkrise auch eine Chance auf ein gesellschaftliches Umdenken. Müller sagte, er hoffe dass als Folge der Krise Werte wie Gemeinschaftsgeist, Solidarität und Würde des Menschen wieder stärker geschätzt würden – und damit der Sinn für soziale Gerechtigkeit und ein weltweites Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen wieder bestimmend werde. Auch in einer Umfrage von Morgenpost Online äußersten sich die meisten Prominenten eher positiv zur Situation des Kapitalismus. Die Frage lautete "Was ist für Sie Kapitalismus heute?". Die Antworten lesen Sie oben.

Skeptischer sind viele Ostdeutsche. Einer Umfrage zufolge haben viele kein Vertrauen mehr in die Marktwirtschaft. Laut einer repräsentativen Umfrage der Zeitschrift „Super Illu“ findet die Mehrheit von 52 Prozent der Menschen in den neuen Bundesländern, dass die Marktwirtschaft „untauglich“ sei und „abgewirtschaftet“ habe. 43 Prozent wünschen sich demnach sogar ausdrücklich ein sozialistisches Wirtschaftssystem zurück, weil das „die kleinen Leute vor Finanzkrisen und anderen Ungerechtigkeiten schützt“.

Die Sehnsucht nach dem Sozialismus ist der Umfrage zufolge in der jüngeren Generation, die die DDR nur kurz oder gar nicht mehr erlebt hat, besonders groß: 51 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sprechen sich für ein sozialistisches Wirtschaftssystem aus, während die Zustimmung in der Altersgruppe von 30 bis 49 Jahren mit 35 Prozent am niedrigsten ist. Bei den Ostdeutschen über 50 ist immerhin eine starke Minderheit von 46 Prozent für den Sozialismus.