Peking-Besuch

Merkel will mit China gegen Finanzkrise vorgehen

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Deutschland und China wollen bei der Gestaltung einer neuen Weltfinanzordnung eng zusammenarbeiten. Bei ihrem Asien-Besuch betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die Finanzkrise nur durch weltweite Kooperation gelöst werden könne. In Peking musste sie allerdings gegen unerwartete Probleme kämpfen.

„Wir sollten Hand in Hand gehen, um gemeinsam schwierige Zeiten zu überwinden“, sagte der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Peking. Merkel betonte, dass die Krise nur über globale Kooperation gelöst werden könne. „Ich bin der festen Überzeugung, dass China mit der stark wachsenden Wirtschaft und seiner Größe hier auch eine zunehmend wichtige Rolle spielen wird." Bei dem Empfang mit militärischen Ehren hatten Angela Merkel und Wen Jiabao mit heftigen Winden an der Großen Halle des Volkes am Tiananmen Platz zu kämpfen.


Am Freitag nimmt sie zusammen mit 42 weiteren Staats- und Regierungschefs am siebten Asien-Europa-Gipfel teil. Die zweitägige Konferenz gilt als Vorbereitung für den Weltfinanzgipfel, an dem Mitte November 20 Länder teilnehmen werden, darunter Deutschland und China.


Das Bankensystem Chinas ist von der Finanzkrise zwar nicht direkt betroffen, allerdings werden deutliche Auswirkungen auf die Exporte erwartet. Im dritten Quartal wurde bereits eine Senkung des Wirtschaftswachstums unter zehn Prozent verzeichnet. In den vergangenen fünf Jahren gab es stets zweistellige Wachstumsraten.


Wen rief dazu auf, trotz der Krise Zuversicht walten zu lassen. „Wir sollten effektive Maßnahmen ergreifen, damit der Markt Zuversicht gewinnen kann“, sagte er und sprach sich für die Stärkung der Binnennachfrage aus. Die Grundfesten der chinesischen Wirtschaft seien nicht erschüttert worden. „Wir können durch eine Ankurbelung der Binnennachfrage ... die Finanzkrise überwinden“, betonte Wen.


Auch Merkel rief dazu auf, nach vorne zu blicken und die Situation zu nachhaltigen Reformen zu nutzen. „In der Krise liegt eine Chance, und wir wollen diese Chance nutzen zu intensiverer internationalen Zusammenarbeit“, sagte sie.



Wen sicherte der deutschen Wirtschaft ungehinderte Investitionen in China zu und kritisierte Produktpiraterie. „Wir respektieren nicht nur ihr Geschäft in China, wir respektieren auch ihr geistiges Eigentum“, sagte er zu der fünfköpfigen Wirtschaftsdelegation, die Merkel in Peking begleitet.

( ap/fas )