Terroralarm

Brennendes Auto rast in Flughafen Glasgow

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Einen Tag nach den vereitelten Autobombenanschlägen in London haben zwei Männer einen brennenden Jeep in den Haupteingang des Glasgower Flughafens gesteuert. Eine Polizeisprecherin nannte den Vorfall „einen Anschlag". Die britische Regierung setzte die Terror-Warnung auf das höchste Niveau.

Die Lage sei „kritisch“, sagte Innenministerin Jaqui Smith. Die höchste Alarmstufe bedeutet, dass die Sicherheitskräfte mit einem unmittelbar bevorstehenden Anschlag rechnen müssen. Kurz zuvor war das Anti-Terror-Krisenkomitee unter Leitung des neuen Premierministers Gordon Brown zu seiner dritten Sitzung seit Freitagmorgen zusammengekommen. Im „Cobra“-Komitee sind neben den wichtigsten Regierungsstellen auch die Geheimdienste MI5 und MI6 sowie die Polizeibehörde Scotland Yard vertreten.

Die Attentäter hatten gegen drei Uhr nachmittags mit etwa Tempo 50 auf den Flughafeneingang zugehalten. Das Fahrzeug krachte in die Glastüren und explodierte, berichteten Augenzeugen. Aus dem grünen Jeep sei ein Mann mit brennenden Kleidern ausgestiegen und von Reisenden überwältigt worden. Seine Kleidung wurde mit Feuerlöschern gelöscht. Der Augenzeuge James Edgar sagte dem Sender Sky News, es sei zu einer Rangelei zwischen dem Fahrer und Polizisten gekommen. „Die Polizei und die Sicherheitskräfte kämpften mit einem Mann asiatischer Herkunft“, sagte er. „Sie haben ihn mitgenommen.“

Die Zeugen berichteten von Panik und einem „absoluten Chaos“ nach dem Zwischenfall. Ein Sprecher der Betreibergesellschaft BAA sagte, der beschädigte Terminal sei evakuiert worden. Alle Flüge wurden bis auf weiteres abgesagt. Der neue britische Premierminister Gordon Brown ließ sich über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten, wie sein Büro mitteilte. BAA teilte mit, durch die Rauchentwicklung nach dem Vorfall sei beträchtlicher Sachschaden entstanden.

Die Polizei nahm zwei Männer fest. Zur Nationalität der Festgenommenen machte sie keine Angaben. Die Beamten hatten um 15.15 Uhr Ortszeit (16.15 Uhr MESZ) den ersten Notruf erhalten. Verletzt worden sei niemand. Ein Sprecher des Flughafenbetreibers sagte der britischen Inlandsnachrichtenagentur PA, an dem Terminal sei erheblicher Schaden entstanden. Mehrere Straßen in der Nähe seien gesperrt worden.

Nach dem Vorfall sind die Sicherheitsvorkehrungen für andere britische Airports verschärft worden. In Edinburgh, Newcastle und auf weiteren Regionalflughäfen dürfen Autos nicht mehr an die Terminalgebäude heranfahren, berichtete "Sky News". Auch die USA haben die Sicherheitsmaßnahmen auf einigen Flughäfen verschärft.

Am Freitag hatte die Polizei ein London zwei Autobomben entschärft und damit vermutlich Anschläge mit zahlreichen Toten verhindert.

( dpa/AFP/AP/cn/str/omi )