Grossbritannien

Peinlicher Politiker-Streit über Thatcher-Begräbnis

Foto: LM/JV / REUTERS

Mit 82 Jahren muss die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher derzeit erleben, wie sich Politiker Gedanken über ihre Beisetzung machen. Im Gespräch ist ein Staatsbegräbnis, das früher für Monarchen reserviert war. Sollte es dazu kommen, hätte man ein Problem mit den Ehrenwachen.

Ob Thatcher eines Tages ein Staatsbegräbnis bekomme oder nicht, sei noch nicht entschieden, sagte eine hochrangige Labour-Politikerin dem „Guardian“. „Anderslautende Berichte sind nicht zutreffend“, erklärte Harriet Harman, die als Fraktionschefin ihrer Partei im Unterhaus Mitglied des Kabinetts von Premierminister Gordon Brown ist.


Zuvor hatten Londoner Zeitungen unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, Lady Thatcher, die von 1979 bis 1990 Premierministerin war, solle mit einem Staatsbegräbnis gewürdigt werden. Darüber habe Brown bereits mit Königin Elizabeth II. als Staatsoberhaupt gesprochen. Auch sei das Büro Thatchers kontaktiert worden. Mit dem bislang letzten Staatsbegräbnis im Vereinigten Königreich war 1965 Ex-Premier Sir Winston Churchill geehrt worden.

Früher waren solche Staatsakte für Monarchen reserviert. Erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts werden „Fünf-Sterne-Beerdigungen“, wie der Sender BBC sie nannte, gelegentlich auch „nicht-royalen Persönlichkeiten“ zuteil – wie etwa dem in der Schlacht von Trafalgar gefallenen Admiral Lord Nelson oder dem Naturwissenschaftler Charles Darwin.

In der nach Meinung einiger britischer Medien peinlich anmutenden Diskussion um die Beisetzung Thatchers hieß es unter anderem, es stünden im Falle eines Staatsbegräbnisses möglicherweise nicht genügend Ehrenwachen für das dann fällige Defilee ihres Sarges durch die Straßen von London zur Verfügung.

( dpa )

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