Continental

Vorstandschef sieht laut Medienbericht Gefahr für Automobilzulieferer

Hannover (www.aktiencheck.de) - Der Vorstandschef des Automobilzulieferers Continental AG (ISIN DE0005439004/ WKN 543900), Elmar Degenhart, sieht angesichts der weiter schwelenden Krise in Europa die mittelständischen Automobilzulieferer in Gefahr.

"Dauert die Absatzkrise in Europa länger als zwei Jahre, geraten einige dieser Zulieferer in schwere Zeiten", sagte Degenhart im Gespräch mit der "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe). "Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, inklusive der Automobilindustrie. Es kann nicht in unserem Interesse sein als Systemlieferant, aber auch nicht im Interesse der Hersteller, dass es dort zu größeren Problemen kommt", sagte der 53-jährige Manager. Mit seiner Warnung steht Degenhart nicht alleine da. Auch andere große Zulieferer wie ZF hatten sich in den letzten Wochen äußerst besorgt über den Zustand der Branche geäußert. Kann der Mittelstand die Produktion von Teilen nicht mehr sicherstellen, könnte es im Extremfall auch bei den Branchengrößen Bosch, Continental oder ZF zu Lieferengpässen kommen.

Continental, so Degenhart, stütze jetzt schon vereinzelt Zulieferbetriebe. "Denn wenn es eng wird, sparen insbesondere Mittelständler an den Fixkosten. Das geht auf Kosten der Innovationskraft und ist fatal", so Degenhart. Mittelfristig sei der Schaden enorm. "Dann hat das Auswirkungen für die ganze Automobilindustrie, die in Summe an Innovationskraft verliert."

Kleinere Zulieferbetriebe leiden noch immer unter der großen Finanzkrise der Jahre 2008/2009. Nach den desaströsen Monaten mit Kurzarbeit und Konsolidierung folgte eine Phase des rasanten Aufstiegs. Forciert durch die starke Nachfrage in China fuhren die Autobauer ihre Produktion schlagartig wieder hoch. Dies hatte zur Folge, dass kleinere Betriebe mit Investitionen kaum hinterher kamen. "Die Kapitaldecke ist nicht gerade dicker geworden", so Degenhart.

Die Aktie von Continental notierte zuletzt bei 76,31 Euro. (17.10.2012/ac/n/d)