Berliner Kulturjournalist Wilfried Rott gestorben

Berlin - Berlin hat mit dem Tod von Wilfried Rott einen seiner profiliertesten Kulturjournalisten verloren. Rott starb am Freitag im Alter von 68 Jahren in der Hauptstadt, teilte der RBB mit. Der gebürtige Wiener, von Hause aus Verlagslektor und Nachrichtenredakteur, arbeitete von 1977 bis 2008 beim Sender Freies Berlin (SFB) und dem RBB, zuletzt als Abteilungsleiter «Kultur aktuell» und Fernsehmoderator.

Besonders populär wurde Rott mit seinen regionalen TV-Kultursendungen «Ticket», «Berliner Ansichten» und «Alex». Außerdem schrieb er Zeitungskolumnen wie zum Beispiel «Professor Rott geht durch die Stadt». Als Buchautor veröffentlichte er unter anderem «Sachs. Unternehmer, Playboys, Millionäre. Eine Geschichte von Vätern und Söhnen» und 2009 «Die Insel. Eine Geschichte West-Berlins. 1948-1990», darin auch ausführlich den früheren West-Berliner «Politfilz» beschreibend.

Seiner Ansicht nach hatte die Halbstadt keine eigentliche Perspektive mehr. «Deshalb bedeutete der Herbst 1989 mit dem Mauerfall nicht nur Freiheit für die DDR-Bürger, sondern auch die Erlösung West-Berlins», das aus seiner Erstarrung befreit worden sei, meinte Rott.

Der RBB trauere um einen meinungsstarken Journalisten, betonte der RBB in seinem Nachruf. «Er führte seine Zuschauer und Leser durch die kulturelle Szene Berlins und verschaffte ihnen dabei nicht nur kenntnisreiche Einblicke, sondern bot ihnen auch pointiert formulierte Einordnung und Bewertung an.» Rott wurde auch als freundlicher und hilfsbereiter Kollege in Journalistenkreisen geschätzt.

RBB-Angaben zufolge lehrte Rott unter anderem an der Berliner Hochschule für Musik «Hanns Eisler» und schrieb für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» und die «Welt».

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