Lausitzer IBA-Wissen für weltweite Nutzer

Großräschen - Der angesammelte Wissensschatz der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land im Niederlausitzer Bergbaurevier soll weltweit weitergegeben werden. Deshalb werde ein Studierhaus mit Übernachtungsmöglichkeiten in der früheren IBA-Geschäftsstelle in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) eingerichtet, sagte der ehemalige Geschäftsführer der IBA GmbH, Rolf Kuhn, am Donnerstag. Dort könnten Studenten und Praktiker die Bücher, Videos und Filme über die größte Landschaftsbaustelle Europas von 2000 bis 2010 nutzen. Schon jetzt studierten Gäste aus vielen Ländern hier die IBA-Erfahrungen zur Umgestaltung einer Region.

Außerdem solle an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus ein Masterstudiengang für Bergbaufolgelandschaften eingerichtet werden, sagte Kuhn während der Präsentation des IBA-Abschlussbuches vor geladenen Gästen. Der ehemalige Bauhausdirektor leitet die zweijährige Abwicklung der Gesellschaft, die bis Ende nächsten Jahres dauern soll. Die vier verbliebenen Mitarbeiter der in Liquidation befindlichen IBA GmbH beschäftigen sich künftig noch mit den beiden Netzwerkthemen Industriekultur und schwimmende Architektur im Lausitzer Seenland.

Wie Kuhn weiter informierte, hat die IBA-Gesellschaft bis Ende vergangenen Jahres die restlichen der 30 Infrastrukturprojekte an Partner in der Lausitz übergeben. So betreibt die Stadt Großräschen jetzt das Ausstellungszentrum der IBA-Terrassen und die frühere IBA-Geschäftsstelle am Ufer des Ilse-Bergbausees. Dort soll in einigen Jahren, wenn der See gefüllt ist, ein Stadthafen gebaut werden. Andere IBA-Projekte wie die Abraumförderbrücke F60 in Lichterfeld und das Erlebniskraftwerk Plessa (beide Elbe-Elster) sowie die Slawenburg Raddusch (Oberspreewald-Lausitz) sind bereits seit vielen Jahren Touristenmagneten.

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