Steglitzer Kreisel zu Kunstobjekt umbauen

Berlin - Der Steglitzer Kreisel könnte ein Aufsehen erregendes Kunstobjekt werden. Der Berliner Architekt Gert Eckel will das asbestverseuchte Bürohochhaus mit 15 000 Quadratmetern Solarmodulen einkleiden und die Fassade im Dunkeln mit Laser-Lichtkunstwerken anstrahlen. «Der Kreisel wird leuchten», sagte Eckel der Nachrichtenagentur dpa. Im Innern des 118 Meter hohen Turms will er im Wesentlichen Lagerräume sowie Ateliers und Werkstätten einrichten.

Die Verhandlungen mit dem Land sind nach Eckels Worten weit fortgeschritten. Es hakt aber noch an einer entscheidenden Stelle: beim Geld. Der Architekt will den Turm sanieren. Dafür werden 32 Millionen Euro veranschlagt. Der Verkehrswert liegt aber nur bei 12 Millionen Euro. Eckel will die Differenz von 20 Millionen Euro vom Land. «Die Bewirtschaftungskosten würden wir sofort übernehmen», bietet er an.

Das Land will das Hochhaus seit Jahren los werden, der Unterhalt verursacht jährlich Kosten von einer Million Euro. Der Bau am S-Bahnhof Rathaus Steglitz steht seit Anfang 2008 leer, nachdem das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf wegen der Asbestverseuchung ausgezogen war. «Der Kreisel taugt nur etwas in seiner äußeren Gestalt», sagte Eckel. «Er steht da wie ein solitärer Obelisk.»

Das Konzept, mit dem Eckel für die Berliner Meridian Stiftung beim Land vorstellig geworden ist, sieht auch Galerien vor. Zudem sollen Museen, Künstler, aber auch Arztpraxen, Anwaltskanzleien und Nachbarn Lagerräume dort erhalten können. Die Stiftung will Sozialarbeiter finanzieren, um Verwahrlosung auf dem Hermann Ehlers-Platz zu Füßen des Hochhauses zu begegnen. Eckel meint: «Das leerstehende Gebäude zieht die ganze Nachbarschaft mit runter.»

Konzept, PDF

Kreisel-Exposé Liegenschaftsfonds, PDF

© Berliner Morgenpost 2019 – Alle Rechte vorbehalten.