"Elster" wird angenommen

Alle Jahre wieder: die Steuererklärung steht an. Für die wenigsten eine wahre Lust: Rechnungen müssen sortiert, Formulare ausgefüllt und dann zum Finanzamt gebracht werden. Mit «Elster» geht dies viel schneller, wirbt Brandenburgs Finanzministerium.

Potsdam (dap/bb) - Die Elektronische Steuererklärung - abgekürzt Elster - erfreut sich in Brandenburg wachsender Beliebtheit. Knapp 46 Prozent der Arbeitnehmer im Land nutzten im Vorjahr das Internet zur Abgabe ihrer Einkommensteuererklärungen, sagte Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Linke) der Nachrichtenagentur dpa. Größeres Interesse gebe es bundesweit nur noch in Bremen, wo rund 49 Prozent ihre Erklärung auf diesem Weg an die Finanzbehörden senden.

«Die Akzeptanz für "Elster" hat in Brandenburg über die Jahre rasant zugenommen», sagte Markov. Während sich 2002 erst 3,4 Prozent der Arbeitnehmer daran wagten, waren es 2008 gut ein Drittel und nun knapp 46 Prozent. Da nicht alle Haushalte über einen Internetzugang verfügten, bleibe jedoch abzuwarten, ob die Zahlen weiter steigen.

Die bereits große Inanspruchnahme der elektronischen Übermittlung zeige, dass es gelungen sei, die Bürger von dem Verfahren zu überzeugen. Anfängliche Bedenken zur Sicherheit der Daten sowohl auf dem eigenen Computer als auch bei der Übertragung via Internet konnten ausgeräumt werden. «Der Datenweg zur Finanzverwaltung ist verschlüsselt», beruhigte Markov. Mittlerweile werden zwei Wege genutzt. Ohne Authentifizierung müssen die Unterlagen ausgedruckt werden und zusätzlich zum Amt gebracht werden. Bei einer vorherigen Registrierung im Internet ist dies nicht notwendig.

«Die Vorteile für die Finanzverwaltung sind vielfältig», betonte Markov. Hoch qualifizierte Steuerbeamte würden unter anderem von simplen Eingabetätigkeiten entlastet. Fehler beim Abtippen würden vermieden. Durch die Plausibilitätsprüfung der Elster-Software bereits am heimischen Schreibtisch würden lästige Nachfragen des Finanzamtes vermieden. Und ab der zweiten Steuererklärung, werden gleichbleibende Daten aus dem Vorjahr übernommen.

Großer Vorteil ist nach Angaben von Markov auch: die Bearbeitungszeit verringert sich. In diesem Jahr sei aber zunächst zu Verzögerungen gekommen, weil ein internes bundeseinheitliche Programm der Behörden zu spät die Arbeit aufnahm.

ELSTER-Programm