Italien muss hohe Zinsen für frisches Kapital zahlen

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Rom/Frankfurt - Das hochverschuldete Euro-Land Italien hat am Dienstag abermals deutlich erhöhte Zinsen für frisches Kapital zahlen müssen. Die Nachfrage nach neuen Staatsanleihen war aber robust, wie aus Zahlen der italienischen Notenbank hervorgeht.

Der an den Märkten gefürchtete «Käuferstreik» blieb damit aus. Die erste Reaktion an den Finanzmärkten fiel entsprechend positiv aus: Der Euro legte zum Dollar rund einen Cent auf über 1,34 Dollar zu. Auch die Aktienmärkte reagierten erleichtert.

Mit drei Auktionen nahm der italienische Staat insgesamt 7,5 Milliarden Euro auf. Geplant war eine Summe von 5,5 bis 8,0 Milliarden Euro. Die neuen Papiere laufen bis 2014, 2020 und 2022. Bei der dreijährigen Anleihe stieg die Rendite von 4,93 Prozent, die bei einer vergleichbaren Auktion Ende Oktober erzielt wurde, stark auf 7,89 Prozent. Die Nachfrage war jedoch stärker als im Oktober.

Ähnlich war die Entwicklung bei den anderen beiden Anleihen: Bei dem Papier mit Fälligkeit im Jahr 2020 stieg die Rendite von 5,47 Prozent Mitte September auf 7,28 Prozent. Bei der Anleihe mit Laufzeit bis 2022 lag sie bei 7,56 Prozent, nach 6,06 Prozent Ende Oktober. Auch bei diesen Auktionen war die Nachfrage robust und stärker als bei vorhergehenden Auktionen.

Die besonders hohen Zinsen, die Italien für kurzfristiges Kapital zahlen muss, reflektieren das zurzeit starke Misstrauen der Investoren gegenüber dem südeuropäischen Land. Bis vor kurzem war die Zinskurve in Italien sogar komplett invers - das heißt, die Renditen nahmen mit zunehmender Laufzeit ab. Diese Lage hat sich zuletzt etwas entspannt, allerdings noch nicht vollständig normalisiert.