Umfrage Berlin Trend

Grüne erreichen 26 Prozent, SPD nur noch bei 15 Prozent

Nach dem neuesten Berlin Trend hält aber die Mehrheit Franziska Giffey für eine gute Regierende Bürgermeisterin.

Sonntagsfrage Abgeordnetenhaus

Sonntagsfrage Abgeordnetenhaus

Foto: Fynn Wolf, C. Schlippes, Infratest dimap / bm infografik

Ein Jahr vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus verzeichnen die Grünen erhebliche Zugewinne in der Wählergunst. Im Berlin Trend von Infratest dimap im Auftrag der Berliner Morgenpost und der RBB-„Abendschau“ legten die Grünen im Vergleich zum letzten Berlin Trend vom April dieses Jahres um fünf Prozentpunkte zu. Mit 26 Prozent werden die Grünen damit so gut gemessen wie noch nie seit der letzten Berliner Abgeordnetenhauswahl 2016, als sie 15,2 Prozent erhielten. Für die repräsentative Umfrage wurden zwischen dem 15. und 19. September 1001 Wahlberechtigte befragt.

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SPD schneidet im Berlin Trend schlecht ab

So wie die Grünen hinzugewonnen haben, hat die SPD an Sympathien verloren. Nach einem Minus von fünf Punkten würden nur noch 15 Prozent der Wahlberechtigten derzeit für die Sozialdemokraten stimmen. So schlecht hat die SPD im Berlin Trend noch nie abgeschnitten. Bei der letzten Wahl war die Partei mit 21,6 Prozent noch stärkste Kraft. Offenbar hat es den Sozialdemokraten nicht geholfen, sich zuletzt deutlich gegen die Grünen positioniert zu haben, etwa in Fragen der Verkehrs- und Klimaschutzpolitik. Die Jüngeren zwischen 18 und 39 Jahren würden zu 38 Prozent für die Grünen stimmen.

CDU verliert, Linke legt zu

Die anderen Parteien hingegen sind relativ stabil. Die CDU verlor einen Punkt und kommt auf 22 Prozent, liegt damit deutlich über ihrem Wahlergebnis von 2016 (17,6 Prozent). Die Linke legt einen Punkt zu und erreicht wie die SPD 15 Prozent. Von ihren Höhenflügen mit mehr als 20 Prozent vor etwa zwei Jahren ist die Linke aber weit entfernt.

AfD stagniert, FDP kommt auf sechs Prozent

Die AfD stagniert bei zehn Prozent, die FDP kommt auf sechs Prozent (plus eins). Die anderen Parteien sammeln gemeinsam sechs Prozent der Stimmen ein. Im Westen der Stadt liegen die Grünen mit 30 Prozent weit vorn, im Osten hat die Linke zugelegt und ist dort mit 23 Prozent die stärkste Partei.

Diese Kräfteverhältnisse würden erstmals seit Langem in Berlin eine solide Mehrheit für eine Regierung ohne die SPD bedeuten. Grüne und CDU kämen zusammen auf 48 Prozent der Stimmen, was im Abgeordnetenhaus für ein Zweier-Bündnis reichen würde. Aber auch eine grün-rot-rote Koalition wäre möglich oder ein Ampel-Bündnis aus Grünen, SPD und FDP.

Dass die Lage sich jedoch auch noch deutlich verändern kann, macht der Blick auf das designierte Führungspersonal der Parteien deutlich. Erstmals hat Infratest dimap die Berliner gefragt, wie sie die künftige SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey im Vergleich zu den anderen wahrscheinlichen Spitzenkandidaten Ramona Pop (Grüne) und Kai Wegner (CDU) einschätzen.

51 Prozent der Befragten: Giffey würde gute Regierende Bürgermeisterin abgeben

Das Ergebnis ist eindeutig und fällt klar zugunsten der Noch-Bundesfamilienministerin und früheren Neuköllner Bürgermeisterin aus: 51 Prozent der Befragten gaben an, Franziska Giffey würde eine gute Regierende Bürgermeisterin für Berlin abgeben. 23 Prozent sehen das anders, ebenfalls 23 Prozent können sich noch kein Bild machen von der 42-Jährigen, die im Wahlkreis Rudow für das Abgeordnetenhaus kandidieren wird und Ende Oktober zur SPD-Landesvorsitzenden gewählt werden soll.

Ihre mögliche Konkurrenz bleibt deutlich hinter Giffey zurück. Ramona Pop (Grüne) halten nur 16 Prozent für eine gute Regierende Bürgermeisterin, sogar 46 Prozent bewerten sie in einer solchen Rolle explizit negativ. 35 Prozent können sich kein Urteil über die Wirtschaftssenatorin erlauben. Noch schlechter sieht es für den designierten CDU-Spitzenkandidaten Kai Wegner aus. Nur neun Prozent halten den Spandauer Bundestagsabgeordneten für eine gute Wahl für das Rote Rathaus. 26 Prozent sehen das anders. Dass aber 61 Prozent den CDU-Landesvorsitzenden nicht kennen oder sich zu ihm kein Urteil erlauben wollen, zeigt, dass Kai Wegner in den Augen vieler Wähler noch ein unbeschriebenes Blatt ist.

Beliebtheitswerte von Michael Müller sinken

Dass die SPD richtig gehandelt hat, den Regierenden Bürgermeister Michael Müller nicht noch einmal ins Rennen um das Rote Rathaus zu schicken, machen dessen Beliebtheitswerte deutlich. 46 Prozent sind zufrieden mit Müllers Arbeit, das sind fünf Punkte weniger als im April. Nicht oder weniger zufrieden mit dem seit 2014 amtierenden Senatschef sind 44 Prozent.

Klaus Lederer (Linke), Kultursenator und einer von zwei Bürgermeistern hinter Müller, bewerten 29 Prozent der Befragten positiv – das sind zwei Prozentpunkte weniger als im April dieses Jahres. 25 Prozent sind mit seiner Arbeit nicht zufrieden. Immerhin kennen 54 Prozent den designierten Spitzenkandidaten der Berliner Linken. Mit Wirtschaftssenatorin Ramona Pop zeigen sich 27 Prozent zufrieden, ein Punkt weniger als im April. 32 Prozent schätzen die Grünen-Politikerin negativ ein, 59 Prozent kennen sie.