Kommentar

Heerstraße Nord: Das Image muss sich verbessern

Um den Kiez wieder attraktiv zu machen, muss man Engagement stärken - und über Positives sprechen, meint Jessica Hanack.

Jessica Hanack zur Situation in der Heerstraße Nord in Berlin.

Jessica Hanack zur Situation in der Heerstraße Nord in Berlin.

Foto: BM

Im Kiez Heerstraße Nord muss etwas passieren. Das zeigen die Zahlen – vom Anteil der Menschen, die ein Transfereinkommen beziehen, bis zur Kinderarmutsquote –, die weit über dem Berliner Schnitt liegen. Es braucht weitere Förder- und Betreuungsangebote, Unterstützung für Familien und eine Aufwertung des öffentlichen Raums. Letzterer ist ein Beispiel dafür, was passiert, wenn man ein Areal lange sich selbst überlässt, aber die Bevölkerung dort stark wächst. Ein höherer Nutzungsdruck, Verschleiß und Konflikte sind die Folge.

Aber betont werden muss auch: In dem Kiez passiert auch einiges. Es gibt Pilotprojekte, diverse Baumaßnahmen, die mit dem Programm „Stadtumbau“ angegangenen werden sollen, und nicht zuletzt die Ehrenamtlichen, die Vereine und Gruppen prägen. Ohne diese Helfer wären viele Angebote und Veranstaltungen nicht zu realisieren. Entsprechend ist ihr Einsatz wertzuschätzen, gerade in einem Quartier, in dem Integration und eine Durchmischung der Bevölkerungsgruppen entscheidend sind.

Will man erreichen, dass der Kiez wieder attraktiver wird, dass dort Menschen nicht nur hinziehen, weil sie nirgendwo sonst eine bezahlbare Wohnung finden, sondern weil sie dort leben möchten, muss man Helfer, Vereine und Bildungsinitiativen stärken. Man muss investieren, um das Umfeld an moderne Ansprüche anzupassen. Und man muss das Image verbessern – in dem auch über das gesprochen wird, was die Menschen im Kiez alles auf die Beine stellen.

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