Berlin-Hellersdorf

Mutter stürzt aus 4. Stock des Jugendamts

Ein Sturz vom Balkon hat am Dienstag Passanten in Hellersdorf geschockt: Eine Frau sprang aus großer Höhe aus dem Jugendamt.

Ein Blaulicht leuchtet an einem Notarzteinsatzfahrzeug.

Ein Blaulicht leuchtet an einem Notarzteinsatzfahrzeug.

Foto: dpa

Berlin. Eine junge Mutter hat sich am Dienstagmittag aus großer Höhe vom Balkon des Jugendamts in Hellersdorf gestürzt. Sie überlebte den Sprung aus dem 4. Stock an der Riesaer Straße, teilte das Bezirksamt mit. Die Frau kam nach einer Notarzt-Behandlung ins Berliner Unfallkrankenhaus.

Zu den Motiven der Mutter gab es auch am Mittwochmorgen noch keine Angaben. Der Sturz stehe aber vermutlich nicht im Zusammenhang mit einer Beratung beim Jugendamt, heißt es vom Bezirksamt. Die Beratung sei eine Stunde vorher unproblematisch verlaufen, sagte Sprecher Frank Petersen. Es sei in dem Gespräch nicht um entscheidende Dinge gegangen. Eine aggressive Stimmung habe auch nicht geherrscht.

Umstände noch völlig unklar

Die Balkone des Gebäudes seien klein und dem Gebäude vorgelagert. Jeder Balkon habe ein Geländer. Bisher gebe es keinen Hinweis darauf, dass die Frau gestoßen wurde, sagte Petersen. Ob sie einen Schwächeanfall hatte, sei unklar. Das rund sechs Monate alte Baby der jungen Mutter war zum Zeitpunkt des Sturzes bei einer Familienbegleiterin, die mit zum Jugendamt gekommen war. Es blieb unverletzt. Das Bezirksamt will nun prüfen, ob es notwendig ist, die Balkone abzuschließen.

Das Kind ist nun bei seinem Vater. Er wird durch Psychologen beraten. Auch für Zeugen und Helfer gab es Hilfsangebote.

Die junge Mutter wurde am Dienstagnachmittag im Unfallkrankenhaus operiert. Danach werde sie intensivmedizinisch betreut, sagte Sprecherin Angela Kijewski.

Anmerkung der Redaktion: Wir berichten in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen.

Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.