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Studie: T-Shirt-Sprüche negativ für Kinderentwicklung

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Nina Paulsen
Er trägt grün und sie trägt rosa – über die Shirts von Kindern gibt es jetzt eine neue Studie

Er trägt grün und sie trägt rosa – über die Shirts von Kindern gibt es jetzt eine neue Studie

Foto: dpa Picture-Alliance / Wavebreak Media LTD / picture alliance / Wavebreak Med

Neue Analyse von Studenten der TU Berlin: Sprüche auf T-Shirts können die Leistungen und Entwicklung von Kindern negativ beeinflussen.

Es ist schon einige Zeit her, da hatte Schoko-Hersteller Ferrero ein Überraschungsei „nur für Mädchen“ entworfen. Die Aluverpackung war rosa, innen fanden sich zudem Feenfigürchen in Miniröcken. Ein Sturm der Entrüstung brach los. Klischeehaft sei das, und Mädchen würden in überholte Rollenbilder gesteckt, wurde kritisiert.

Und noch immer sind Stereotype weit verbreitet – bis ins Kinderzimmer hinein, genauer: bis in den Kleiderschrank der Kinder hinein. Das zumindest hat eine Analyse von Studierenden der Technischen Universität (TU) Berlin ergeben, die am Mittwoch vorgestellt wurde. Dabei sind 501 Sprüche auf T-Shirts für Jungen und Mädchen von elf Marken – günstig bis teuer – untersucht worden. Das Ergebnis: Aufdrucke wie „kleine Prinzessin“, „süß“ oder „Love“ waren auf Mädchen-Shirts sehr weit verbreitet, bei den Jungen dominierten Worte wie „Superheld“, „King“ oder „wild“.

Jungen sollen stark und heldenhaft sein

„Die geschlechterspezifischen Stereotype finden sich bei allen untersuchten Preissegmenten“, sagte Petra Lucht, Professorin am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der TU, der Berliner Morgenpost. Das ist aus ihrer Sicht problematisch: „Mit der Kleidung streifen sich die Kinder auch die Geschlechterstereotype über“, so Lucht – und wies auf die eher subtile Wirkung solcher Aufdrucke hin: „Bei Mädchen implizieren die abgedruckten Worte eine negative Leistungserwartung, es gibt einen Fokus darauf, süß und hübsch zu sein. Das kann dann in der Schule zu tatsächlich schlechteren Leistungen führen.“

Jungen werde hingegen mit den Sprüchen auf den Shirts nahegelegt, sich vor allem stark und heldenhaft zu verhalten. „Sie dürfen nicht schwach sein. Auch dies kann eine Einschränkung in der persönlichen Entwicklung und Entfaltung bedeuten“, sagte Lucht. Sie plädiert dafür, sowohl bei den Herstellern als auch bei den Konsumenten – also den Eltern – eine Sensibilisierung für dieses Thema zu schaffen. Beide stünden in der Verantwortung.