FIFA-Skandal

Blatter will FIFA-Präsident bleiben

FIFA-Chef Sepp Blatter will genau das bleiben: FIFA-Chef. Er habe nichts Illegales oder Unzulässiges gemacht, erklärte er.

Joseph Blatter (links) und Michel Platini

Joseph Blatter (links) und Michel Platini

Foto: ARND WIEGMANN / REUTERS

Joseph S. Blatter will trotz der Eröffnung des Strafverfahrens Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA bleiben. Das habe der Schweizer den FIFA-Mitarbeitern am Montag erklärt, teilte sein US-Anwalt Richard Cullen mit. "Präsident Blatter sprach heute zur FIFA-Belegschaft und informierte sie, dass er mit den Behörden kooperiere, wiederholte, dass er nichts Illegales oder Unzulässiges gemacht habe, und erklärte, dass er Präsident der FIFA bleiben werde", hieß es in der Mitteilung.

Zudem stellte Blatter nach Angaben seines Anwalts klar, dass die Zahlung von zwei Millionen Franken an Michel Platini, Chef der Europäischen Fußball-Union (UEFA), legitim sei. Platini habe "ein wertvolles Beschäftigungsverhältnis mit der FIFA als Berater des Präsidenten ab 1998" gehabt, erklärte Cullen: "Er erklärte den Ermittlern, dass die Zahlungen eine zulässige Vergütung und nicht mehr waren und sie ordnungsgemäß innerhalb der FIFA abgerechnet wurden."

Am Donnerstag hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft das Verfahren gegen Blatter wegen des "Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung" sowie eventuell "wegen Veruntreuung" eröffnet, der FIFA-Boss wurde tags darauf als Beschuldigter vernommen. Platini soll von Blatter eine "treuwidrige Zahlung" erhalten haben und sprach als "Auskunftsperson" vor. Sowohl Blatter als auch Platini wiesen die Vorwürfe zurück.

UEFA-Präsident Michel Platini beantragte wegen der umstrittenen Annahme der Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken durch die FIFA seine Anhörung durch die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes. Das teilte der französische Chef der Europöischen Fußball-Union (UEFA) am Montag drei Tage nach seiner Einvernahme in der Angelegenheit durch die Schweizer Bundesanwaltschaft als "Auskunftsperson" mit.

Platini erklärte nochmals, die Zahlung 2011 rechtmäßig als Honorar für eine frühere Tätigkeit erhalten zu haben. Die ausgezahlte Summe sei der Restbetrag des vereinbarten Honorars gewesen, "nachdem erste Teilbeträge gezahlt worden waren".