Berliner Bibliothek

20.000 Unterschriften gegen externen Anbieter an der ZLB

Die Zentral- und Landesbibliothek soll künftig nicht länger von ausgebildeten Lektoren bestückt werden. Dagegen regt sich Protest.

Die Zentral- und Landesbibliothek soll künftig nicht länger von ausgebildeten Lektoren bestückt werden. Dagegen regt sich Protest.

Video: Abendschau, RBB
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100 Meter oder 388 Seiten – mit einer Papierschlange von mehr als 20.000 Unterschriften zogen Bibliotheksnutzer am Montag in den Berliner Kultursenat. Mit der Aktion protestierten sie gegen dessen Pläne, in Zukunft einen externen Anbieter über einen Großteil des Buchprogramms in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) entscheiden zu lassen.

Bislang kümmern sich ausgebildete Lektoren vor Ort um die Titelauswahl. „Das Profil der Bibliothek ist einmalig. Das Spezifische, das sie ausmacht in der Stadt Berlin, das kann kein Externer leisten“, sagte Eckart Müller, Bibliotheksnutzer und Initiator der Petition. Er befürchtet, dass neuere Titel nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgewählt werden, die weniger beliebten Titel in der Papiertonne verschwinden.

Keine Stellenstreichungen geplant

Konrad Schmidt-Werthern, Leiter der Kulturabteilung, sagte am Montag, es handle sich um eine „Reduzierung um lediglich 6000 von 60.000 Titeln“. Welche Titel betroffen sind, dazu könne er sich noch nicht äußern. Laut Werthern sind aktuell auch keine Stellen von den Maßnahmen bedroht. „Wir brauchen die Ressourcen für ein breiteres Angebot“, sagte er. „Lektoren sollten Nutzern etwa erklären können, wie sie in der Bibliothek an E-Books kommen.“

Die ZLB Berlin hatte Ende des vergangenen Jahres bekannt gegeben, dass künftig ein privater Dienstleister die Titelauswahl treffen soll. Schmidt-Werthern beschwichtigte am Montag: Es sei noch kein Auftrag erteilt. Das weitere Verfahren sei noch nicht entschieden.