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Als die Schrottautos aus dem Westen kamen

Pannenhelferdes ADAC feiern 25 Jahre Dienstjubiläum. Kurioses erleben sie dabei täglich

Ralf Schulze arbeitet seit 25 Jahren für die Pannenhilfe

Ralf Schulze arbeitet seit 25 Jahren für die Pannenhilfe

Foto: ADAC

Berlin.  Autoschlangen mit Urlaubern fahren in den Sommermonaten aus Berlin in Richtung Süden. Manch einer bleibt dabei auf dem Standstreifen liegen. Dann ist oft Ralf Schulze, 56, zur Stelle. Seit dem 1. Juli 1990 arbeitet er als ADAC-Pannenhelfer im Raum Berlin-Brandenburg. Von da an rollten die ersten gelben Abschleppwagen über die Straßen der Region. Zum 25. Jubiläum gratulierten die beiden regionalen Vorsitzenden und Leiter Manfred Voit und Christoph Beck am Mittwoch mit gelben Rosen am Berliner Olympiastadion.

Helfer der ersten Stunde

28 Helfer der ersten Stunde fuhren mit ihrem Dienstwagen vor. Viele von ihnen rückten schon in der DDR als Pannenhelfer aus – auch Schulze, der vor dem Fall der Mauer noch beim DDR-Kfz-Hilfsdienst Autos abschleppte. Weil er an einer Transitstrecke arbeitete, hatte er öfters mit Westautos zu tun. „Dann ging die Grenze auf, und plötzlich brauchte der ADAC schnell neue Mitarbeiter“, sagt Schulze. Drei Tage Crashkurs in München, und er wurde auf die Straßen geschickt. „Pannenhilfswagen hatten wir ja schon“, sagt er. „Da haben wir einfach den alten Aufkleber ab- und den neuen draufgemacht.“ Schon in den ersten Monaten nach Grenzöffnung waren Schulzes Arbeitstage mit Aufträgen voll. „Viele Leute sind nach dem Mauerfall sofort in den Westen gefahren und haben sich dort Westautos gekauft“, sagt er. „Aber dort bekamen sie oft nur Schrott, den keiner mehr haben wollte.“

Heute streikt oft die Elektronik

Bis heute hat er acht bis neun Aufträge pro Schicht. Nur die Autos haben sich geändert. „Früher waren meistens Keilriemen oder Wasserschläuche kaputt“, sagt er. „Heute hat man mehr mit Elektronik zu tun.“ Wenn er an einer Panne stoppt, dann holt er oft seinen Laptop mit Diagnosegerät aus dem Kofferraum: „Da kann ich mir Tipps zu allen Fahrzeugtypen von meinen Kollegen holen“, sagt er. Kurioses erlebt Schulze fast täglich. „Ein Kunde blieb mal auf der Autobahn stehen, weil er falsches Benzin getankt hatte“, sagt er. „Der wollte mir einfach nicht glauben, dass ich ihn zur nächsten Tanke abschleppen muss.“